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Was tun mit der Kreditauskunftei? © PantherMedia/Andriy Popov

Fragendrang An den Bonitätsbewertungen haben nicht nur Banken und Lieferanten großes Interesse, sondern auch die Kredit­versicherer.

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Fragendrang An den Bonitätsbewertungen haben nicht nur Banken und Lieferanten großes Interesse, sondern auch die Kredit­versicherer.

Redaktion 10.09.2021

Was tun mit der Kreditauskunftei?

Tipps von Peter Androsch, A.C.I.C., für den richtigen und stressfreien Umgang von KMU mit Auskunfteien.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Sie heißen KSV, CRIF, AKV, Dun & Bradstreet oder Creditreform – und sammeln über Österreichs Unternehmen laufend Daten. Zur Bewertung der Bonität dienen den Kreditauskunfteien unter anderem die Geschäftsberichte der Unternehmen, deren Zahlungsverhalten, Prognosen oder auch die Kunden-, Lieferanten- und Eigentümer-Strukturen.

„An den Bonitätsbewertungen haben in weiterer Folge nicht nur Banken und Lieferanten großes Interesse, sondern auch die Kreditversicherer”, sagt Peter Androsch, geschäftsführender Gesellschafter der Kreditversicherungsmaklergesellschaft A.C.I.C.

Die Auskunft nicht verweigern

„Jede Nicht-Kommunikation könnte als negatives Risikomerkmal interpretiert werden”, warnt Androsch. Nicht zu empfehlen ist auch eine unkommentierte Weitergabe der „nackten Zahlen” – insbesondere dann, wenn ein ungewöhnlich schlechtes Jahr hinter einem Unternehmen liegt.

„Liefern Sie immer eine plausible Erklärung mit, wenn es gröbere Abweichungen gibt”, rät Androsch.

Die Bonität nicht gefährden

In manchen Branchen boomt die Nachfrage wieder, doch die Beeinträchtigung der Lieferketten versetzt dem Aufschwung immer wieder Dämpfer, weil es an Rohstoffen oder Bauteilen mangelt.

Vielen Abnehmern ist gar nicht bewusst, dass auch negative Bonitätseinschätzungen den Warenfluss negativ beeinträchtigen können.
Vor allem bei kleineren Unternehmen ohne Marktmacht könnten große Lieferanten dazu übergehen, vorsichtshalber nur noch gegen Vorauskasse zu liefern – was sich spürbar negativ auf die Liquidität auswirkt.

Spielräume nicht ausreizen

Im Zuge der Coronapandemie hat der Gesetzgeber die Einreichfrist für Jahresabschlüsse verlängert. Allerdings ist das kein Grund, deshalb mit der Bilanzveröffentlichung unbedingt auf den letzten Drücker zu warten.

Ganz im Gegenteil: Vor allem in volatilen Zeiten ist eine proaktive Finanzkommunikation gegenüber den Kreditauskunfteien und Kreditversicherern enorm wichtig.
„Sollte sich die Situation gegenüber 2020 bereits spürbar verändert haben, empfehle ich sogar die Erstellung eines vorläufigen Zwischenberichts für den bisherigen Jahresverlauf 2021”, sagt A.C.I.C.-Geschäftsführer Androsch.

Kompromissbereit sein

Apple ist ein gutes Beispiel dafür, dass große Unternehmen Informationen über ihre Zulieferer oft nur ungern preisgeben. Entsprechend heikel ist diese Frage oft auch für KMU. „Nachdem es bei diesen Fragen primär darum geht, die Klumpenrisiken durch die Abhängigkeit von wenigen Geschäftspartnern abzuklären, kann man diese Frage natürlich auch verklausuliert beantworten. So könnte man beispielsweise erklären, dass kein Einzelkunde für mehr als zehn Prozent des Jahresumsatzes verantwortlich ist”, empfiehlt der Experte.

Nicht ärgern – offensiv sein

Haben Sie in der Vergangenheit die Auskunft gegenüber Kredit­auskunfteien verweigert, könnte es sein, dass Ihre Bonität auf zu negativen Einschätzungen basiert.

Um den eigenen Status zu erfragen, bietet sich daher die Einholung einer Selbstauskunft bei den Kreditauskunfteien an.
Natürlich können Lieferanten von den Auskunfteien auch Informationen über die Bonität der eigenen Kunden einholen. Allerdings sind derartige Auskünfte kostenpflichtig und zudem mit einem nicht unerheblichen Restrisiko behaftet. Falls trotz guter Bonitätseinstufung ein Kunde insolvent wird, tragen die Lieferanten weiterhin selbst das Risiko.

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