HEALTH ECONOMY
Apotheker erleben unruhige Zeiten © PantherMedia/minervastock
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Redaktion 11.03.2022

Apotheker erleben unruhige Zeiten

Zuwächse durch Coronatests, Verluste durch sinkende Spannen – die wirtschaftliche Lage der Apotheken.

••• Von Martin Rümmele

WIEN/SCHLADMING. Traditionell wurde zum Auftakt der Apothekertagung in Schladming am Montag auch eine wirtschaftliche Bilanz der Apotheken gezogen. Und die ist nicht besonders rosig. Zwar haben Dienstleistungen rund um das Testen in der Coronapandemie der Branche geholfen, doch ohne Tests würde es düster aussehen.

„Die letzten zwei Jahre haben der österreichischen Bevölkerung, der ganzen Welt, viel abverlangt”, sagte Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr. Die Apotheken-Branche hätte die Chance gehabt, im Auftrag der Bundesregierung „Dienstleistungen zu erbringen, die wir vorher nicht hatten”, verwies Mursch-Edlmayr auf PCR- und Antigen-Testungen in Apotheken sowie die Ausgabe der Gratis-Wohnzimmertests. Um den Bereich der Care-Diagnostik – Testen, Screenings, Medikationsanalyse – weiter zu etablieren, brauche es Gesetzesänderungen, adressierte die Apothekerkammer-Präsidentin ihre Wünsche an den designierten Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne).
Gerhard Kobinger vom Präsidium der Apothekerkammer forderte außerdem eine Neuverhandlung der Vergütung der Apothekenleistung im Krankenkassenbereich. Durchschnittlich entfallen 67% der Umsätze auf die Krankenkassenumsätze. Im Jahr 2020 machten die öffentlichen Apotheken laut dem Jahresbericht insgesamt rund 4,6 Mrd. € Umsatz, das ist eine leichte Steigerung zu 4,5 Mrd. im Jahr davor. Der Ertrag ist allerdings gesunken: Das kalkulierte Ergebnis einer Medianapotheke ging von 1,8% auf 1,7% zurück. Schuld seien die sinkenden Spannen, die zuletzt nur noch bei 14,2% des Kassenumsatzes lagen. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 18,18%.

„Ziemlich neue Situation”

Die Zahl der Beschäftigten in heimischen Apotheken ist zuletzt gestiegen. Allerdings: Seit Mitte 2021 gibt es mehr offene Stellen als Stellenlose, berichtete Kobinger. „Das ist eine ziemlich neue Situation, die es zu beobachten gilt”, sagte er. Fragt man genauer nach, zeigt sich, dass im Jänner 2022 bereits 309 offenen Posten 133 stellenlose Apothekerinnen und Apotheker gegenüber­standen.

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