••• Von Evelyn Holley-Spiess
WIEN. Immer wieder sorgten die – teils niedrigen – Durchimpfungsraten in Österreich für Kopfzerbrechen. Sie sind auch ein Grund dafür, warum die Regierung in Zukunft zusätzliche Anlaufstellen schaffen und das Impfen in Apotheken ermöglichen will. Die kostenlosen Angebote werden derweil gut angenommen, erklärten Gesundheitsministerin Korinna Schumann und Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig kürzlich anlässlich der bevorstehenden Impfsaison.
Die Influenza-Impfung steht seit der Saison 2024/25 allen in Österreich lebenden Menschen gratis zur Verfügung. Im Vorjahr folgten kostenlose Impfungen gegen Pneumokokken und Gürtelrose für Personen ab 60 Jahren sowie Risikogruppen. Schumann sieht das Ende der Fahnenstange damit aber noch nicht erreicht. Ziel sei es, die öffentlichen Impfprogramme konsequent weiterzuentwickeln.
Dabei gilt es auch aus den bisherigen Erfahrungen zu lernen. Denn gerade bei den zuletzt eingeführten Gürtelrose-Impfungen konnte das Angebot mit der Nachfrage seitens der Bevölkerung nicht immer mithalten. Kritik kam dazu vor allem aus der Ärztekammer. So auch jetzt. Es sei ärgerlich, wenn man Impfstoff für 40 Patienten bestelle, letztlich aber nur eine ausreichende Menge für 20 Personen erhalte, skizziert Ärztekammer-Präsident Johannes Steinhart das Problem. Rund 900.000 Dosen wurden für das öffentliche Impfprogramm beschafft, bis Ende August waren rund 647.400 Gürtelrose-Impfungen im e-Impfpass dokumentiert. Die hohe Nachfrage könnte dazu führen, dass beim nötigen zweiten Stich das empfohlene Intervall von sechs Monaten überschritten wird.
Schwierige Beschaffung
Experten der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) verweisen in diesem Zusammenhang darauf, dass man sich bei der Beschaffung auf einem Weltmarkt bewege, die notwendigen Chargen aber schnellstmöglich verfügbar machen wolle. Die Ärztekammer begrüßt die Initiative eines öffentlichen Impfprogramms grundsätzlich – und hat auch einen Tipp parat: eine zusätzlich kostenlose RSV-Impfung für Erwachsene.