HEALTH ECONOMY
Neue Versorgung © Robin Consult/Andreas Lepsi

Auswege Neue Lösungen skizzierten Christoph Sauermann, Geschäftsführer von Mediclass, Franz Bittner (Patientenombudsmann ÄK Wien), Bernhard Ramsauer (Semper Constantia Privatbank AG) und Gesundheitsexperte Ernest Pichl­bauer (v.li.)

© Robin Consult/Andreas Lepsi

Auswege Neue Lösungen skizzierten Christoph Sauermann, Geschäftsführer von Mediclass, Franz Bittner (Patientenombudsmann ÄK Wien), Bernhard Ramsauer (Semper Constantia Privatbank AG) und Gesundheitsexperte Ernest Pichl­bauer (v.li.)

Martin Rümmele 24.02.2017

Neue Versorgung

Patientenbeschwerden nehmen stark zu, ebenso Wartezeiten. Das Gesundheitszentrum Mediclass geht neue Wege.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Die Österreicher sind Spitalsweltmeister: Nirgendwo sonst lassen sich so viele Menschen im Krankenhaus behandeln. Die Folgen zeigten sich unlängst bei der Grippewelle: Patienten liegen am Gang, die Wartezimmer sind überfüllt, und die Gesundheitskosten steigen. Dabei weist Österreich mit 4,9 Medizinern auf 1.000 Einwohner eine der höchsten Ärzte­dichten der Welt auf.

„Das System krankt”

Die Ursache dieser Missstände liegt in der Organisation des heimischen Gesundheitssystems. So blockieren Patienten auch außerhalb von Notfällen die Spitalsambulanzen, anstatt den Hausarzt zu konsultieren. Noch schlimmer ist die Situation bei Fachärzten; hier kommt es oft zu wochenlangen Wartezeiten auf einen Termin – mittlerweile nicht nur bei Fachärzten mit Kassenverträgen, sondern auch bei Wahlärzten. „Im Vorjahr hatten wir 1.200 Beschwerden, das war eine Steigerung um 20 Prozent gegenüber 2015”, sagte Franz Bittner, Patientenombudsmann der Ärztekammer Wien, am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Wartezeiten auf Hüft- und Knieoperationen bewegen sich für Versicherte zwischen 15 und 24 Monaten. Auf CT- und MRT-Untersuchungen sind Wartezeiten von drei bis fünf Monate keine Seltenheit.

Die langen Wartezeiten müssten nicht sein, wenn es ein entsprechendes Qualitätsmanagement und Reformen gäbe. „Wichtig wäre eine Aufwertung der Hausärzte, ein Ausbau von Primärversorgungszentren und das Zulassen von unterschiedlichen Behandlungsstrukturen. Auch müsste die Zusammenarbeit zwischen Spitälern und niedergelassenem Bereich verbessert werden”, fordert der Gesundheitsexperte Ernest ­Pichlbauer.

Erfolgreiche Initiative

Beide begrüßen daher Initiativen wie Mediclass, das größte private Gesundheitszentrum Österreichs. Es stellt den Ärzten eine komplette Infrastruktur zur Verfügung. Gegen eine Clubgebühr stehen Patienten bei Mediclass 60 Mediziner und Therapeuten unter einer Telefonnummer kurzfristig und pünktlich zur Verfügung. Bezahlt wird privat, die Leistungen werden aber nur zu den deutlich günstigeren Kassentarifen verrechnet und daher zu einem Großteil durch die Kassen rückerstattet.

„Wir sind ein Gesundclub mit vielen Vorteilen für die Gesundheit”, verspricht Christoph Sauermann, Geschäftsführer von Mediclass. Der Vorteil für die Patienten liege auf der Hand: Die Ärzte nehmen sich Zeit für den Patienten und dieser erspart sich das zeitintensive Pilgern von einem Facharzt zum anderen. „Zusätzlich erhält jeder Kunde ein Mal pro Jahr kostenfrei einen großen Gesundheits-Check.” Ermöglicht wird das Service, weil die Ärzte im Gesundheitszentrum die gesamte Ordination zur Verfügung gestellt bekommen und alle administrativen und organisatorischen Tätigkeiten vom Gesundheitsmanagement übernommen werden. „Der Arzt hat dadurch wieder mehr Zeit für seine Patienten”, sagt ­Sauermann.

Firmen als Kunden

Das nutzen verstärkt auch Unternehmen und entwickeln eigene Vorsorgeprogramme für ihre Beschäftigten. Eines davon ist die Semper Constantia Privatbank AG. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unsere wichtigsten Assets; wir wollen daher auch einen nachhaltigen Beitrag zu deren Gesundheit und Wohlbefinden leisten. Aus diesem Grund sind wir im Jahr 2015 eine erfolgreiche Partnerschaft mit Mediclass eingegangen, mit deren Ergebnissen wir überaus zufrieden sind”, betonte Bernhard Ramsauer, CEO und Miteigentümer der Semper Constantia Privatbank, am Rande der Pressekonferenz.

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