••• Von Martin Rümmele
WIEN. Die Teleradiologiefirma Telescan profitiert von Auslagerungen und Veränderungen in der Radiologie und positioniert sich als Partner für Kliniken. Entstanden ist das Geschäftsmodell innerhalb der Diagnostikum-Gruppe: Radiologische Bilder wurden zunächst zwischen eigenen Standorten digital übertragen und zentral befundet. Daraus entwickelte sich ein Angebot für externe Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen.
Wachsender Bedarf
Mit zunehmender medizinischer Bildgebung und wachsendem Fachkräftebedarf dürfte die ortsunabhängige Befundung weiter an Bedeutung gewinnen. Neue Therapien, präzisere Diagnostik und medizinische Leitlinien erhöhen den Bedarf an MRT-, CT- und anderen bildgebenden Untersuchungen. Die medizinische Bildgebung wird weiter wachsen.
„Die Teleradiologie wird dabei zu einem wichtigen Instrument, um Kapazitäten flexibel bereitzustellen“, sagt Geschäftsführer Claudio Spick im Interview. Heute unterstützt das Unternehmen bereits private und öffentliche Einrichtungen bei der Befundung und konnte zuletzt mehrere große Ausschreibungen in Österreich gewinnen. Das Netzwerk ermöglicht es, Fachwissen unterschiedlicher Spezialisten zu bündeln und Krankenhäuser bei personellen Engpässen, Urlaub oder Krankenständen flexibel zu unterstützen,
KI hilft der Medizin
Ein weiterer Wachstumstreiber ist künstliche Intelligenz. Innerhalb der Gruppe sind laut Spick bereits 13 zertifizierte KI-Tools im Einsatz. Sie unterstützen Radiologen beispielsweise bei der Knochenalterbestimmung oder bei der quantitativen Analyse von MRT-Aufnahmen. KI soll dabei vor allem Qualität und Effizienz steigern.
Telescan wächst aber nicht nur digital. Die Gruppe baut zudem ihre physischen Standorte kontinuierlich aus und hat sich zuletzt an einem Standort in Feldkirchen in Kärnten beteiligt. Das Teleradiologie-Netzwerk umfasst rund 30 Radiologen. Die Befundungen in der Teleradiologie sind in den vergangenen drei Jahren jeweils im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Telescan setzt dabei bewusst auf eine österreichische Positionierung – in einem Markt, in dem zunehmend auch internationale Anbieter aktiv werden.