Trotz Spardrucks: Länder investieren in Spitäler
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HEALTH ECONOMY Redaktion 27.02.2026

Trotz Spardrucks: Länder investieren in Spitäler

Bis zu zwei Mrd. Euro stecken die Bundesländer in Neubauten, Umbauten und Renovierungen. Porr sieht „Megatrend“.

Österreich muss sparen, und zwar viel. Denn einer EU-Regel zufolge darf das Budgetdefizit eines Landes maximal drei Prozent des BIP ausmachen, und da lag Österreich zuletzt darüber. So wie schon für 2025 hat man sich daher auch für 2026 zum Ziel gesetzt, 15 Mrd. € einzusparen. Dies durch verschiedene Maßnahmen im Bund, in den Ländern und den Gemeinden.
Trotz des Spardrucks wird überall dort im laufenden Jahr und in den kommenden Jahren viel Geld in Verbesserungen der Infrastruktur der Kliniken investiert. Nach Schätzungen von Experten könnten binnen dieses Jahres zwei Milliarden Euro in Neubauten, Umbauten, Renovierungen etc. fließen. Dem folgend war zuletzt seitens des Baukonzerns Porr, der sich auf Projekte im Gesundheitswesen spezialisiert hat, von der Gesundheitsinfrastruktur als „Megatrend“ mit Wachstumspotenzial die Rede.

3,3 Mrd. für Wiener Kliniken
Das wohl zu Recht. Denn allein in die Modernisierung der städtischen Kliniken Wiens sollen bis 2030 3,3 Mrd. € fließen. 1,4 Mrd. € werden binnen der nächsten vier Jahre in 15 Bauprojekte auf dem Areal des Wiener AKH investiert.
Weitere Vorhaben auf Wiener Boden sind Neubauten und Adaptierungen bestehender Gebäude auf den Arealen der Kliniken Ottakring und Favoriten sowie der kürzlich gestartete Bau einer neuen Erstversorgungsambulanz bei der Klinik Landstraße.
Auch das Land Niederösterreich investiert in seine Landes- und Universitätskliniken sowie Pflegezentren, und zwar 1,3 Mrd. € bis 2030. Der Fokus liegt ebenfalls auf Modernisierungen und Sanierungen. Nebenher sind strukturelle Verbesserungen geplant, wie die Zusammenlegung kleinerer Krankenhäuser zu spezialisierten Zentren.
Im Burgenland sind Hunderte Millionen Euro für Bauten im Klinikbereich vorgesehen, etwa für den Umbau des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, der 250 Mio. € kosten soll, oder für das neue Herz-Zentrum an der Klinik Oberwart.

Investitionen in den Ländern
Auch die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft investiert. Dies vor allem in die Modernisierung des LKH Graz II. Knapp 94 Mio. € fließen in diesem Jahr in Verbesserungen der Infrastruktur der Kärntner Fondskrankenanstalten wie des Klinikums Klagenfurt oder des Landeskrankenhauses in Villach. Etliche Großbauprojekte laufen in Oberösterreich weiter, zuletzt standen dafür 240 Mio. € pro Jahr zur Verfügung. Das Geld fließt etwa in das Kepler Universitätsklinikum in Linz oder das Ordensklinikum Linz der Elisabethinen.

Teurer als geplant wird die Übersiedlung des AUVA-Unfallkrankenhauses der Stadt Salzburg auf das Gelände des Universitätsklinikums der Salzburger Landeskliniken (SALK). AUVA und SALK wollen dort ein Ortho-Trauma-Zentrum errichten. Die Kosten für diese Klinik wurden 2025 auf rund 470 Mio. € geschätzt. Um weitere 80 Mio. € wird auf dem Geländes des Uniklinikums eine neue „Innere Medizin III“ gebaut. In Salzburg laufen außerdem noch auf dem Areal der Christian-Doppler-Klinik Bauarbeiten, beim Schwarzenbergklinikum in Schwarzach im Pongau und beim Tauernklinikum in Mittersill. Für 2028/29 ist außerdem der Start des Baus eines Gesundheitszentrums der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) in Salzburg-Stadt geplant (siehe unten).

6 Mio. für Klinik in Innsbruck
Sechs Millionen Euro sind für den Bau eines Brustgesundheitszentrums der triol kliniken vorgesehen, das an der Frauen- und Kopfklinik in Innsbruck angesiedelt wird.
Die Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft investiert derzeit ebenfalls, vorrangig in strukturelle Verbesserungen, für die auch Bauten nötig sind. Denn bis 2030 soll die Spitallandschaft umgestaltet und fachlich gebündelt werden.

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