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Shopping Spree © Terreal
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Helga Krémer 13.01.2023

Shopping Spree

Wienerberger setzt auf langfristiges Wachstum, expandiert 2023 bei Tonbaustoffen und hat Großes im Bereich der Bedachung in der Pipeline.

WIEN. Zum 3. Jänner 2023 übernimmt die Wienerberger GmbH in Deutschland das Ziegelwerk Steinheim der Otto Bergmann GmbH in Nordrhein-Westfalen. Durch die Übernahme dieses Werks und der künftigen Herstellung von hochwärmedämmenden Poroton-Hintermauerziegeln erweitert Wienerberger die Produktionskapazitäten und stärkt die regionale Marktposition. Wienerberger gehört in Deutschland zu den bedeutendsten Marktteilnehmern, setzt europaweit Impulse im Baubereich und baut sein Geschäft entsprechend den Marktanforderungen stetig weiter aus. Mit dem Erwerb des Ziegelwerks verfolgt Wienerberger auch konsequent und erfolgreich die nachhaltige Entwicklung zum Systemanbieter im Einklang mit den ehrgeizigen ESG-Zielen der Unternehmensgruppe. 

„Mit dem langlebigen und umweltschonenden Baustoff Ziegel und unserer Innovationskraft hat sich Wienerberger seit jeher als Pionier in unserer Branche positioniert und bietet als Komplettanbieter Lösungen für das gesamte Gebäude-, Wasser- und Energiemanagement an. Mit der Übernahme des Ziegelwerks in Steinheim setzen wir auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten auf langfristiges Wachstum und expandieren weiter im Bereich der nachhaltigen Produktion von Tonbaustoffen. Gerade Hintermauerziegel sind durch ihre Langlebigkeit und ihre regionale Verfügbarkeit ein wichtiger Beitrag zum energieeffizienten und leistbaren Wohnen“, sagt Wienerberger CEO Heimo Scheuch.

Weiteres Wachstumspotenzial
Neben der Steinheim-Übernahme gab die Wienerberger Gruppe die Unterzeichnung einer Vereinbarung zum Erwerb ausgewählter Kerngeschäfte von Terreal, einem europäischen Anbieter von Produkten für die Sanierung und Renovierung von Dächern, bekannt.

Der Umfang der Transaktion würde das Geschäft von Terreal in Frankreich, Italien, Spanien und den USA sowie das Geschäft von Creaton in Deutschland und den Benelux-Ländern umfassen, dieses wurde 2020 von Terreal übernommen. Insgesamt umfasst die Transaktion fast 3.000 Mitarbeiter, dadurch würde Wienerberger seine Produktion um 29 Standorte erweitern. Die Übernahme der Terreal-Geschäfte mit einem erwarteten Jahresumsatz von rund 740 Mio. € wäre eine wichtige Ergänzung für Wienerberger, insbesondere im Hinblick auf die neuen Pläne der französischen Regierung zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden. Diese wurden zusammen mit den EU-Vorschriften zur Reduzierung des Strombedarfs verabschiedet. Darüber hinaus betreibt Terreal hochmoderne Einrichtungen, insbesondere in Frankreich einschließlich des Forschungs- und Entwicklungszentrums in Castelnaudary und auch in Deutschland.

Wertschaffenden Wachstumsstrategie
Für Wienerberger wäre die Übernahme von Terreal eine Ergänzung zum bereits bestehenden Geschäft und würde einzigartige Wachstumschancen, insbesondere auf dem französischen und deutschen Markt, bieten. Das Unternehmen beabsichtigt, seine Position als Branchen-Vorreiter für Innovation und Dekarbonisierung weiter zu stärken.

„Die Sanierung des europäischen Gebäudebestands ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität. Wienerberger sieht in diesem Geschäftsfeld ein enormes Wachstumspotenzial, das es auszubauen gilt. Dieses betrifft vor allem den Bereich der Bedachung einschließlich Solar- und Wassermanagementlösungen. Die Übernahme von Terreal wäre ein idealer nächster Schritt bei der Umsetzung unserer wertschöpfenden Wachstumsstrategie“, unterstreicht Scheuch die Bedeutung der Übernahme und blickt in die Zukunft: „Ziel ist, unseren Dachabsatz jährlich auf 75 Mio. Quadratmeter zu verdoppeln. Mit dem sich hervorragend ergänzenden Portfolio von Terreal, das perfekt zu unserer eigenen Produktpalette passt. Wir würden unsere Fähigkeit, vor allem in den strategisch wichtigen Märkten Frankreich und Deutschland erstklassige Lösungen anzubieten, weiter verbessern. Zudem würde Wienerberger seine Präsenz in den attraktiven Märkten für Sanierungen und Renovierungen in Frankreich und Deutschland ausbauen. Dank unseres gemeinsamen Fokus auf Nachhaltigkeit, innovative Lösungen und digitale Geschäftsmodelle würden durch die Implementierung unserer Lösungen jährlich 225.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Darüber hinaus könnten wir nachhaltige Synergien schaffen, indem wir unsere Produktionsanlagen und Technologien aufeinander abstimmen und unsere Produktpalette für das Steildach, einschließlich Zubehör und Dämmung, erweitern. Mit dem Aufbau des ersten echten europäischen Steildach-Experten, der Solar-, Regenwasser- und andere Lösungen für das Dach integriert, schafft Wienerberger eine starke Plattform für weiteres Wachstum.“

Einzelheiten der Transaktion
Der Abschluss der Terreal-Übernahme soll im Laufe des Jahres 2023 erfolgen und unterliegt der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden und der Erfüllung anderer für eine Transaktion dieser Art typischer Auflagen. Der Kaufpreis werde durch Barbestände, Bankkredite und eigene Aktien von Wienerberger finanziert, wodurch Wienerberger weiterhin über eine starke Bilanz- und Liquiditätsposition verfüge, heißt es dazu bei Wienerberger. Vorläufig und bis zur endgültigen Genehmigung durch die Kartellbehörden werde Terreal sein Geschäft weiterhin völlig eigenständig betreiben. (hk)

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