„Bieten Inhalte, die man so nur beim ORF findet“
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MARKETING & MEDIA Redaktion 25.09.2026

„Bieten Inhalte, die man so nur beim ORF findet“

Unter dem Motto „Vertrauen.Vielfalt.Plattform.Reichweite.“ präsentierte der ORF sein Programm 2026/27.

••• Von Georg Sohler

Im ORF-Programmjahr 2027 setzt der öffentlich-rechtliche Rundfunk nach einem Jahr mit den Megaevents Olympia, Song Contest und Fußball-WM auf ein breites Angebot an Information, Fiction, Kultur, Sport und Unterhaltung. Darüber hinaus setzt man in einer Zeit gesellschaftlicher, politischer und medialer Umbrüche ein klares Zeichen: Vertrauen steht im Mittelpunkt. Als öffentlich-rechtliches Medienhaus versteht sich der ORF als „verlässliche Informationsquelle, kulturelle Plattform und verbindendes Medium für die Menschen in Österreich“, wie es in der Präsentation heißt. Das Programm „Für Österreich“ baut dabei auf vier Säulen auf: Vertrauen.Vielfalt.Plattform.Reichweite.

Der erste Punkt, Vertrauen, bildet dabei die Klammer für ein vielfältiges Programmangebot, das auf unterschiedlichsten Plattformen größtmögliche Reichweite erzielt. Glaubwürdige Information steht unter Druck, nicht nur aufgrund von Entwicklungen politischer und technischer Natur – Stichworte: KI-generierte Fake News und bewusste Desinformation. Hinzu kommen die bekannten wirtschaftlichen Entwicklungen. „Gerade unter den derzeit schwierigen Rahmenbedingungen ist es alles andere als selbstverständlich, dem Publikum auch im kommenden Jahr ein derart vielfältiges und hochwertiges Programm bieten zu können“, erklärt dazu Generaldirektorin Ingrid Thurnher.

Die Grundsätze erklärt
Ihr Nachfolger ab 1. Jänner 2027, Clemens Pig, gibt dazu passend die Marschroute vor: „‚Ein ORF, dem Österreich vertraut‘ ist nicht nur Motto dieser Programmpräsentation, sondern Startschuss für eine Weiterentwicklung zu einem starken ORF in einem starken gemeinsamen österreichischen Medienmarkt.“ Dieser steht auch wegen zunehmender Medienfragmentierung und veränderter Nutzungsgewohnheiten unter Druck. Deshalb möchte der ORF seine Rolle als glaubwürdiger Orientierungspunkt weiter stärken. Hierbei setzt man auf Bewährtes rund um Informations- und Hintergrundformate wie die „Zeit im Bild“, „Das Gespräch“, „Pressestunde“, „Hohes Haus“, „Report“ und „Thema“ sowie Formate wie „Eco“, „WeltWeit“, „Am Schauplatz“ und die Auslandsmagazine „Weltjournal“ und „Weltjournal +“.

Initiativen und Sendungen wie „ORF fragt“, „Licht ins Dunkel“, „Österreich hilft Österreich“, das „Ö3 Weihnachtswunder“ sowie das „Ö3 Mental Health Festival“ sollen die gesellschaftliche Verantwortung unterstreichen. Zu dieser Verantwortung gehört auch, die Vielfalt im Land abzubilden. Als „Programm für alle“ bildet der Rundfunk von den Salzburger Festspielen über „kreuz & quer“ und Dokumentationen über Falco und Niki Lauda bis hin zu Übertragungen vom Donauinselfest und Nova Rock alles ab, was Österreich über alle Altersgruppen hinweg interessiert.

Zielgruppengerecht
Um dieses Angebot für unterschiedliche Zielgruppen aufzubereiten, sollen Fernsehen, Radio und Online weiter zusammenwachsen. Ein Fokus liegt besonders auf Young Audiences, an die sich der Rundfunk mit Formaten wie „Checkst du“ oder „Navid fragt nach“ richtet – oder mit einem eigenen Creator-Team, das auch auf TikTok präsent ist. Für die Kleinsten gibt es mit ORF Kids ein breites Angebot. Trotz aller Umbrüche und Verwerfungen ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk das reichweitenstärkste Medienangebot des Landes. Der ORF erreicht mit seinen ­Angeboten pro Tag 3,6 Mio. Menschen.

Im Fokus des Programms stehen letztlich die Menschen in Österreich mit ihren Lebensrealitäten, Interessen und Geschichten. „Deshalb setzen wir konsequent auf heimische Themen, vertraute Gesichter und Produktionen, die Nähe schaffen und Relevanz für die Zuschauerinnen und Zuschauer haben. Unser Anspruch ist es, dem Publikum Inhalte zu bieten, die einen Mehrwert haben und die man in dieser Form nur beim ORF findet“, ließ Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz im Zuge der Präsentation weiters wissen. Ein Fingerzeig in der Kommunikation: Ganz weit oben bei den Highlights stehen die zahlreichen Eigenproduktionen. Ein besonders sichtbarer Teil ist die heimische Fiction.

Österreichische Fiction
So gibt es auch 2027 viele rot-weiß-rote Film- und Serienproduktionen: etwa die Krankenhausserie „Pflegeleicht“, die den Alltag junger Pflegekräfte zeigt, oder die Comedy-Miniserien „2Hot2Drive“ und „Sheep“. Erstere zeigt Christoph Fritz als Fahrschullehrer, „Sheep“ ist eine ORF-/ZDF-Koproduktion, die bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. In „Das Vergessen“ kämpft Julia Koschitz als Polizistin mit früher Alzheimer-Diagnose um die Aufklärung des Verschwindens ihrer Tochter.

Fortsetzungen gibt es von Serien wie „Alles finster“, „School of Champions“ oder „Biester“. „Schnell ermittelt“ feiert mit der neunten Staffel gar das 20-Jahr-Jubiläum. Ein weiterer Fixpunkt sind die bekannten Krimi-Formate. Im Jahr 2027 kommt es beispielsweise beim „Tatort“ zum lang erwarteten Ermittlerwechsel von Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser zu Miriam Fussenegger und Laurence Rupp. Neben der Fiktion präsentiert der ORF auch Geschichten, die tatsächlich passiert sind.

Wahre Geschichten
Neben der Fiction bildet das neue Donnerstagsformat „True Stories“ die Realität ab. Dabei zeigt man außergewöhnliche Lebenswege und prägende Persönlichkeiten ebenso wie spektakuläre Kriminalfälle. Zudem gibt es weitere Sendungen aus diesem in den vergangenen Jahren beliebten True-Crime-Genre. „Landverbrechen“ erkundet beispielsweise, was ein Verbrechen mit einer Region macht und was regionale Machtverhältnisse, Konflikte, Abhängigkeiten und lokale Geschichte mit einem Verbrechen zu tun haben.
Die neue zehnteilige True-Crime-Reportage „Tatsache“ arbeitet Verbrechen der jüngeren Vergangenheit auf und wird von einem Podcast von Stefan Lendlinger begleitet.

Dokus und Reportagen
Um die Darstellung der Wirklichkeit geht es auch bei „Universum“. Die Dokumentationsreihe feiert ihr 40-jähriges Bestehen mit Sendungen über das Thayatal und den Pamir in Indien bis hin zur urbanen Wildnis in Los Angeles.

Darüber hinaus wird die Reihe „Wir sind …“ anlassbezogen rund um große Events fortgesetzt und bringt die Eigenheiten und Schönheiten der jeweiligen Region vor allem einem jüngeren Publikum näher.
Um Geschichte geht es im Format „Menschen & Mächte“. Dabei wird beispielsweise die Rolle Österreichs im UN-Sicherheitsrat beleuchtet. Bewährte Formate wie „Am Schauplatz“, „Dok 1“, „Stöckl live“ oder „kreuz & quer“ richten den Fokus auf weitere Themen, die Österreich bewegen, so der ORF. Neben Information, Fiction und Dokumentationen bleiben auch Kultur, Sport und Unterhaltung zentrale Säulen des ORF-Programms.

Kultur, Sport, Unterhaltung
Traditionell stark im Programm verankert ist die Kultur. Dabei setzt man auf Altes und Neues. Angefangen mit dem Neujahrskonzert unter der Leitung von Tugan Sokhiev reicht das Angebot bis zur zeitgemäßen und feministischen Auseinandersetzung mit der österreichischen Kaiserin: „Elisabeth!“ von Stefanie Reinsperger aus dem Burgtheater.

Ein Schwerpunkt liegt weiters auf Beethoven, der vor 200 Jahren starb und in mehreren Sendungen gewürdigt wird. Ein Quotenbringer ist auch der Sport, der neben den Großereignissen ebenfalls funktioniert – konkret Ski und Fußball.  Das Nationalteam wird in der Nations League und auf dem Weg zur Euro 2028 begleitet. In fortgesetzter Kooperation mit ServusTV zeigt ORF 1 die Formel-1-WM bis 2029. Aufseiten des ORF sind dabei elf Grands Prix zu sehen. Ein Fixpunkt im Winter-Eventkalender ist auch die „Hermann Maier Star Challenge“, die der ORF gemeinsam mit dem Schweizer Fernsehen zeigt und die zuletzt bis zu 800.000 Zuseherinnen und Zuseher in ORF 1 begeisterte.  Unterhaltung darf freilich nicht fehlen: So öffnet der Ballroom im Frühjahr wieder seine Dancing-Stars-Pforten.

„Willkommen Österreich“ feiert ebenfalls sein 20-jähriges Jubiläum. Den Song Contest überträgt man genauso wie zahlreiche Samstagabend-Shows wie „Klein gegen Groß“, „Wer weiß denn sowas XXL“, „Der Quiz-Champion“ und „Verstehen Sie Spaß?“.

Technische Basis
Damit all dies technisch gut beim Publikum ankommt, sorgt die ORF-Technik für die entsprechende Umsetzung. Verantwortlich ist Harald Kräuter, ORF-Direktor für Technik und Digitalisierung. Gegenüber medianet erklärt er: „Der ORF ist schon jetzt technologischer Vorreiter. Wir produzieren in Spitzenqualität, wo unser Publikum es erwartet, etwa bei Sport- und Live-Events, und setzen auf smarte, effiziente Lösungen, wo es möglich ist.“

Damit ist auch die technische Basis für die zahlreichen Vorhaben geschaffen.

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