Spitze bei Podcasts und Newslettern bleibt stabil
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MARKETING & MEDIA Redaktion 23.10.2026

Spitze bei Podcasts und Newslettern bleibt stabil

ÖAK-Zahlen bis September 2026: Standard und Falter führen bei den Podcasts, Krone bei den Newslettern.

Das Jahr 2026 neigt sich langsam dem Ende zu, für eine offizielle Jahresbilanz der monatlichen Podcast- und Newsletter-Zahlen ist es allerdings noch zu früh. Den Jahresschnitt 2026 wird die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) schließlich erst im Februar 2027 gemeinsam mit den Dezemberwerten 2026 veröffentlichen. Kürzlich sind allerdings die September-Zahlen erschienen. medianet zieht nach neun Monaten eine Zwischenbilanz. Der Vergleich der Monate Jänner (Jahresbeginn), Juni (Jahresmitte) und September (aktuellster Monat) zeigt, wo sich im Pod­cast- und Newsletter-Markt etwas bewegt und wo er stabil bleibt.

Spitze bleibt gleich
An der Spitze der Podcasts, gereiht nach validen Downloads, steht in allen drei Vergleichsmonaten „Geschichten aus der Geschichte“ (GeschichteFM) mit zuletzt rund 2,43 Mio. Downloads im September 2026. Auch die übrigen Stockerlplätze blieben über die drei Monate stabil: „Sternengeschichten“ (Florian Freistetter, 993.541 valide Downloads im September) rangiert auf Platz zwei und „Thema des Tages“ (Standard, 950.990 valide Downloads im September) auf Platz drei. Zwischen den Top drei und dem viertplatzierten „Falter Radio“ (Falter) klafft in allen drei Monaten eine größere Lücke von mehreren Hunderttausend Downloads. Nichtsdestotrotz blieb auch „Falter Radio“ im Jänner, Juni und September durchgehend auf Rang vier, zuletzt mit 318.321 validen Downloads.

Thematisch dominierten im September die Podcast-Kategorien Politik beziehungsweise Nachrichten. Die Hälfte der zehn Titel mit den meisten Downloads ordnet die ÖAK diesen Kategorien zu („Thema des Tages“, „Falter Radio“, „Inside Austria“, „Die Dunkelkammer“ und „Fellner!Live“). Auf großes Interesse bei den Hörerinnen und Hörern stoßen zudem Geschichte und Wissenschaft („Geschichten aus der Geschichte“, „Sternengeschichten“, „Klenk & Reiter“ und „Das Universum“). Mit „Sitzfleisch“ auf dem zehnten Platz war in der Kategorie Sport lediglich ein Podcast im ÖAK-September-Ranking vertreten.

Zwei Verlage, ein Astronom
Während thematisch also Politik, Nachrichten und Wissenschaft dominieren, sind zwei Verlage als Publisher öfter vertreten: Standard stellt mit „Thema des Tages“ und „Inside Austria“ zwei Podcasts in den Top 10, außerdem noch „Besser Leben“, der im September auf Platz zwölf der Titel mit den meisten validen Downloads landete. Aus dem Hause Falter landeten „Falter Radio“ und „Klenk & Reiter“ im vergangenen Monat in den Top 10, „Besser lesen mit dem Falter“ und „Scheuba fragt nach“ waren ebenfalls noch weiter hinten vertreten. Zudem ist der österreichische Astronom Florian Freistetter mit seinen Wissenschaftsformaten „Sternengeschichten“ und „Das Universum“ zweimal Teil der Top-10-Podcasts.

Jänner-Hoch und Sommerloch
Blickt man auf die drei Vergleichsmonate, so zeigt sich, dass „Thema des Tages“ mit einem Plus von 13% (eigene Berechnung von medianet, basierend auf den Monatswerten der ÖAK) zulegen konnte. Im selben Zeitraum sind „Geschichten aus der Geschichte“ (–23%) und „Die Dunkelkammer“ (–37%) rückläufig. Der Jänner 2026 war allerdings ein außergewöhnlich starker Monat. „Thema des Tages“ lag damals beispielsweise um 43% über den Zahlen vom Dezember 2025. Ein Teil des Rückgangs dürfte daher eine Normalisierung der Download-Zahlen sein, und weniger ein Einbruch. Dafür spricht auch der Verlauf zwischen Juni und September. Sieben der neun Titel, die in allen drei Monaten in den Top 10 vertreten waren, legten in diesem Zeitraum wieder zu, allen voran „Fellner!Live“ (+36%) und „Thema des Tages“ (+22%). Der Monat mit den wenigsten Downloads war in den meisten Fällen der Juni 2026. Auch Podcasts bleiben wohl nicht vom berüchtigten „Sommerloch“ verschont.

Ein anderes Bild
Für den heimischen Werbemarkt relevanter als die gesamten Downloadzahlen ist der AT-Anteil, also die Downloads aus Österreich. Hier verschiebt sich das Ranking: Im September liegt „Thema des Tages“ mit 664.402 AT-Downloads vor „Geschichten aus der Geschichte“ (345.128). „Sternengeschichten“, nach Gesamtdownloads auf Platz zwei, rutscht in der AT-Reihung gar auf Rang sieben zurück (85.926; AT-Anteil: 8,6%). Ganz aus den Top 10 nach AT-Downloads fallen „Fellner!Live“, „Das Universum“ und „Sitzfleisch“, die nach Gesamtzahlen noch vertreten sind. Dafür rücken drei Titel auf: „Erklär mir die Welt“ (Andreas Sator, 50.805 AT-Downloads), „Besser Leben“ (Standard, 41.148) und „Schwarz & Rubey“ (Peggy’s Agency, 31.975).
Die Spitzenreiter nach Österreich-Bezug sind auch in dieser Rangliste durchwegs Politik- und Nachrichtenpodcasts: „Die Dunkelkammer“, „Klenk & Reiter“, „Falter Radio“ und „Inside Austria“ weisen alle AT-Anteile über 80% auf, „Thema des Tages“ kommt auf 70%. Die Wissenschafts- und Geschichte-Podcasts werden hingegen international stark gehört. „Geschichten aus der Geschichte“ hat lediglich einen AT-Anteil von 14,2%, „Sternengeschichten“ 8,6%. Für heimische Werbekunden bedeutet das: Die relevantesten Reichweiten liefern nicht die Podcasts mit den höchsten Gesamtdownloads, sondern jene mit klarem Österreich-Bezug.

Auffällig ist außerdem, dass bei fast allen großen Titeln der AT-Anteil gesunken ist. Bei „Thema des Tages“ fiel er von 81 auf 70% und bei „Geschichten aus der Geschichte“ von 19 auf 14%. Bei „Die Dunkelkammer“ blieb er mit 86% stabil. Die absoluten AT-Downloads sanken in mehreren Fällen stärker als die Gesamtdownloads. Die ÖAK bestätigte auf medianet-Anfrage, dass sich die Methodik der Download-Zählung mit den Richtlinien 3.0 (seit 1. Mai 2026 in Kraft) nicht verändert hat. Woher die Verschiebung kommt, bleibt damit offen.

Stabile Newsletter
Die Newsletter-Top-10 nach durchschnittlichem Versand pro Mailing zeigt ein anderes Bild als die Podcast-Rangliste. Dieselben zehn Titel standen in allen drei verglichenen Monaten in der Top-10-Liste, Platz 1 bis 3 und 9 bis 10 sogar unverändert. Acht der zehn Newsletter bewegten sich beim Versand im Rahmen von plus/minus 6%. Der Newsletter-Markt ist laut ÖAK damit, zumindest an der Spitze, stabiler als der Podcast-Markt.
Krone Multimedia führt das Ranking mit dem „Gewinnspiel Newsletter“ (317.547 durchschnittlicher Versand pro Mailing) und dem „Guten Morgen Newsletter“ (145.871) an, wobei der erstplatzierte Newsletter einen fast doppelt so großen Verteiler wie der zweitplatzierte Newsletter aufweist. Falstaff („Wein“, „Österreich“, „Rezepte“) und oe24 („Sport“, „Magazine“, „Digital Edition“) sind mit je drei Newslettern vertreten.
Der einzige nennenswerte Aufsteiger im untersuchten Zeitraum ist „MeinBezirk“ von RegionalMedien Austria, der zwischen Jänner und September 2026 ein Plus von 15% verzeichnete (von 105.984 auf 121.559). Er zog damit an Falstaff Österreich vorbei und rückte von Platz 5 auf Platz 4 vor. Auch „Falstaff Rezepte“ verbesserte sich von Platz 8 auf Platz 6 leicht. „oe24 Sport“ rutschte hingegen von Platz 6 auf Platz 8 ab, ohne beim Versand nennenswert zu verlieren.

Hohe Rate, kleiner Verteiler
Die Reihung nach Öffnungsrate ergibt im September 2026 eine völlig andere Top 10, ohne Überschneidungen mit der Versand-Rangliste. Selbst der höchste Wert aus der Versand-Top-10 („Falstaff Rezepte“ mit 43,88%) liegt unter dem zehnten Rang der Öffnungsrate-Liste. Die zehn stärksten Newsletter nach Öffnungsrate haben im Schnitt weniger als 30.000 Versand pro Mailing, der kleinste Newsletter, „Kopfnüsse“ von Newsflix, kommt im Schnitt auf 1.379 Versandadressen pro Mailing. Sieben der zehn Titel öffnen über 50% der Empfänger. Platz 1 bis 3 liegen innerhalb von 1,2 Prozentpunkten.

Dass hohe Öffnungsraten vor allem bei kleineren Verteilern auftreten, ist nicht neu, in dieser Deutlichkeit allerdings bemerkenswert. „Fünf um Fünf“ und „TT am Mittag“ erreichen bei je 30 Aussendungen im Monat Werte um 50%, der „Guten Morgen Newsletter“ der Krone liegt bei vergleichbarer Frequenz bei 26,2%. Große Massenverteiler haben naturgemäß einen höheren Anteil an inaktiven Mail-Adressen. Spezialisierte Titel mit klar umrissenem Thema binden ihre Leserschaft hingegen enger.

Kampagnenziel entscheidet
Für Werbekunden ergibt sich damit die Wahl zwischen Reichweite und Aufmerksamkeit in Zahlen. Selbst der schwächste Verteiler der Versand-Top-10 („oe24 Digital Edition“) bringt mit 26.302 Öffnungen absolut mehr Kontakte als der stärkste Newsletter der Öffnungsrate-Liste („Gesund & Leben“, 16.501). Umgekehrt betrachtet öffnet bei den Spitzenreitern der Öffnungsrate-Liste jeder zweite Empfänger, während beim „Gewinnspiel Newsletter“ der Krone nur jeder vierte das Mailing öffnet. Welche Zahl im Einzelfall relevanter ist, hängt vom Ziel der Kampagne ab und davon, welche Zielgruppe erreicht werden soll.

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