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Bühne frei für Weiterdenker! © Panthermedia.net/Crazymedia
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Redaktion 05.02.2021

Bühne frei für Weiterdenker!

Innovation braucht Ideen. Interne Game Changer sind dabei erste Wahl – wenn man sie tatsächlich machen lässt.

Gastbeitrag ••• Von Anne M. Schüller

Wie niemals zuvor besteht die Zukunft aus Ungewissheit. Unerwartete Ereignisse lauern an jeder Ecke. Wir wissen nicht, ob oder wann sie kommen, doch wenn, dann kommen sie schnell. Sie werden Risiken und Chancen ganz neu verteilen. Nur die wendigen, flinken, pfiffigen, jederzeit anpassungsfähigen Marktplayer mit couragierten, unkonventionellen, marktrelevanten Ideen werden das überleben.

Indem man die Initiativen seiner klugen, konstruktiven, lösungsorientierten Freigeister, Change Maker und Corporate Rebels einfallsreich nutzt, macht man sich spannend – und auch begehrlich: für Top-Talente und zahlungsfreudige Kunden zugleich. Interne Weiter- und Querdenker* sind oft die ersten, die instinktiv merken, wenn in der Firma etwas aus dem Ruder läuft. Sie sprühen vor Ideen, wie man das, was in die Jahre gekommen ist, besser machen könnte, sollte und müsste – im Kleinen wie im Großen.

Fortschritt braucht Freiraum

Doch in den meisten Firmen sind Corporate Rebels gar nicht erwünscht. Man hat sie fortgejagt, kaltgestellt, kleinmütig gemacht. Oder man lässt sie gar nicht erst ins Unternehmen hinein. Bereits im Bewerbungsprozess werden sie aussortiert, weil sie mangelnden Konformismus zeigen.

Würden sich die Unternehmen mehr für Freigeister öffnen, täten sie sich mit dem Sprung in die Zukunft unglaublich leicht.
Wird hingegen alles nach Plan geregelt und werden die Angestellten für Linientreue belohnt, ist es nur logisch, dass es in einer solchen Firma keine Talente mit Querdenkermentalität gibt. Es ist die Command & Control-Diktatur, die sich nun rächt. Wem immer alles vorgedacht wurde, der hat das Mitdenken verlernt. In dem Fall darf sich die Firma aber nicht wundern, wenn sie in ein paar Jahren nicht mehr existiert.

Weiterdenker oder Querulant

Weiterdenker im Unternehmen sind ein echter Wettbewerbsvorteil. Sie sind offen für Fortschritt und treiben mit frischem Wind den Wandel voran. Über Abteilungsgrenzen hinweg entwickeln sie Aktivitäten, die Wissen und Können neu miteinander verknüpfen und das ganze Unternehmen befruchten. Sie sollen und müssen quer durch die gesamte Firma tätig werden, um die Anbieter- und Arbeitgeberattraktivität unter die Lupe zu nehmen und alles Hinderliche aufzuspüren.

Dies führt zu frischen, flotten, adaptiven Lösungen, mit denen man interne Prozesse zeitgemäßer gestalten und das Leben der Kunden erleichtern und/oder bereichern kann.
Das Denken gegen die Regel zählt zu den maßgeblichen Erfolgsfaktoren, um sich von Durchschnitt und Mittelmaß abzuheben. Wer das nicht versteht, wird Weiterdenker als Querulanten abqualifizieren. Doch damit liegt er falsch. Querulanten sind Personen, die an allem etwas auszusetzen haben, die sich wegen jeder Kleinigkeit beschweren und starrköpfig darauf pochen, Recht zu haben. Sie legen sich quer um des Querlegens willen. Sie stänkern herum, verbreiten schlechte Stimmung, befeuern die Gerüchteküche, spinnen Intrigen und zetteln Streitigkeiten an. Man kann sie auch als Miesmacher und Quertreiber bezeichnen. Ihr Verhalten ist destruktiv und zu nichts nutze.
Wahre Querdenker hingegen agieren grundsätzlich konstruktiv. Sie wollen nichts zerschlagen, keine Barrikaden errichten und auch nicht zündeln. Ihre Vorstöße zielen auf die Verbesserung einer jeweiligen Situation. Sie sind sanfte, schöpferische, förderliche Rebellen, aber keine Aufständischen, Saboteure oder Untergrundkämpfer. Sie sind Menschen mit Mut, Biss und Urteilskraft. Sie haben ein gutes Gespür für Ungereimtheiten und bringen Metamorphosen in Gang.

Sie reden Klartext

Weiterdenker sind der Voraustrupp ins Neuland, Brückenbauer zwischen gestern und morgen, Helfershelfer auf dem Weg in die Zukunft, Lotsen in die kommende Zeit. Sie sind Wachrüttler, Infragesteller, Kundschafter, Wegbereiter, Übermorgengestalter. Sie sind Mittler zwischen veraltetem Tun und zukunftsfähigen Vorgehensweisen. Sie ehren das Gute und plädieren zugleich für das bessere Neue.

Sie reden Klartext, wenn sie Verfahrensweisen aufgespürt haben, die aus der Zeit gefallen sind. Sie brandmarken alles, was für Kollegen und Kunden eine Zumutung ist. Die zahlreichen „blinden Flecken”, die es in jedem Unternehmen gibt, machen sie sichtbar. „Heilige Kühe” packen sie bei den Hörnern. Sie kämpfen sogar gegen Windmühlen an.
Warum sie das tun? Weil ihre Firma ihnen wirklich am Herzen liegt. Und die Unternehmen? Sie brauchen unkonventionelle Ideengeber und tatkräftige Andersmacher dringender als jemals zuvor, um fit für die Zukunft zu sein.


* In diesem Text, darauf legt die Autorin Wert, bezeichnet „Querdenker” nicht die sog. Querdenker-Szene der Corona-Demos, sondern jene, die die gleich­namige kreative Denkmethode anwenden. (Anm. d. Red.)

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