Edenred positioniert Mitarbeiterengagement neu
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Jasmin Partener, Marketing, Product & Platforms Director, Edenred Österreich.
MARKETING & MEDIA Redaktion 22.01.2026

Edenred positioniert Mitarbeiterengagement neu

Neue Positionierung rückt Alltagsmomente und Mitarbeiterbenefits als Engagementfaktor in den Fokus.

WIEN. Edenred führt mit „Booste deine Lebensfreude“ eine neue Positionierung ein, die auf die Förderung von Mitarbeiterengagement abzielt. Ausgangspunkt sind aktuelle Zahlen des Gallup-Instituts, wonach weltweit 23 Prozent der Arbeitnehmer als engagiert gelten, in Österreich liegt der Wert bei lediglich 9 Prozent. Sinkendes Engagement stelle laut Gallup eine wirtschaftliche Belastung dar und wirke sich auf Produktivität und Mitarbeiterbindung aus. Für das Jahr 2024 bezifferte Gallup die daraus resultierenden Kosten für die Weltwirtschaft auf rund 438 Milliarden US-Dollar.

Vor diesem Hintergrund integriert Edenred das Thema Engagement stärker in sein Leistungsverständnis. Der Anbieter von Mitarbeiterbenefits wie Edenred Restaurant, Edenred Geschenk und Edenred Lebensmittel wolle Unternehmen dabei unterstützen, zentrale Faktoren wie Kaufkraft, Anerkennung und Wohlbefinden gezielt zu fördern. Engagement entstehe, so der Ansatz, durch kleine, positive Alltagserlebnisse, die den Arbeitsalltag erleichtern und strukturieren.

Gegenpol zum „Blue Monday“
Begleitet wird die neue Positionierung von einer internationalen digitalen Kampagne, die bewusst rund um den sogenannten „Blue Monday“ Anfang dieser Woche – den angeblich deprimierendsten Tag des Jahres – ansetzt und diesen als Gegenpol nutzt. Im Mittelpunkt stehen alltägliche Situationen wie Mittagspausen oder individuell einlösbare Weihnachtsgeschenke, die als konkrete Anerkennungsformen verstanden werden.

International baut Edenred diesen Ansatz durch die Integration von Plattformen wie Reward Gateway und GoIntegro weiter aus. In Österreich setzt das Unternehmen weiterhin auf etablierte Benefit-Lösungen, die lokal angepasst und in eine globale Struktur eingebettet sind. Ergänzend sind Benchmark-Studien geplant, die Erwartungen von Unternehmen und Mitarbeitern gegenüberstellen sollen.

medianet bat aus gegebenem Anlass Jasmin Partener, Marketing, Product & Platforms Director, Edenred Österreich, um ein paar Antworten.

medianet : Frau Partener, die neue Positionierung „Booste deine Lebensfreude“ setzt stark auf Emotionen. Warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für Edenred, Mitarbeiterbenefits emotional aufzuladen?
Jasmin Partener: Benefits sind per se ein zutiefst menschliches Thema – in der Branche wird aber oft über rein funktionale Aspekte kommuniziert, statt Wertschätzung, Zufriedenheit und Loyalität in den Mittelpunkt zu rücken. Genau hier setzt „Booste deine Lebensfreude“ an: Wir betonen die Alltagsrelevanz und zeigen, wie Benefits spürbar entlasten und echte „Moments of Joy“ im Arbeits- und Lebensalltag ermöglichen. Das entspricht den Erwartungen vieler Beschäftigter, die sich – gerade in Zeiten hoher Teuerung und Unsicherheit – mehr Anerkennung und Unterstützung wünschen. Es braucht einen strategischen Ansatz, der den Nutzen von Benefits nicht nur rational, sondern auch emotional erfahrbar macht. Und der Zeitpunkt drängt: Global liegt der Anteil engagierter Mitarbeitender laut Gallup bei rund 23 Prozent – das ist sehr wenig. Arbeitgeber, die über reine Rationalität hinausgehen und positive, emotionale Erlebnisse schaffen, differenzieren ihre Marke klar und relevant.

medianet : Die Gallup-Zahlen zeigen ein besonders niedriges Engagement-Niveau in Österreich. Wo sehen Sie die strukturellen Ursachen dafür, und welche spezifischen Hebel können Arbeitgeber hierzulande realistisch bewegen?
Partener: Österreich liegt mit 9 Prozent engagierten Mitarbeitenden im europäischen Vergleich im unteren Bereich. Auffällig sind zudem hohe negative Emotionen und nur 46 Prozent, die sich als „thriving“ in ihrem Leben bezeichnen. Das signalisiert eine emotionale und motivationale Lücke, die über das Gehalt allein nicht zu schließen ist.

Die Ursachen sind breit gestreut: Neben strukturellen Herausforderungen wie anhaltendem Kaufkraftdruck spielen auch Führungs- und Kulturthemen eine Rolle. In beiden Feldern können Benefits wirksam ansetzen: Ein steuerfreier Essenszuschuss stärkt beispielsweise unmittelbar die Kaufkraft und lindert die Auswirkungen der Teuerung. Das belegen auch jährliche Befragungen im Rahmen unseres Food-Barometer: Zwei Drittel der Nutzer geben an, dass sie ohne Essenszuschuss spürbare Kaufkraftverluste hätten.

Ebenso zahlen immaterielle Maßnahmen auf Engagement ein: Eine gute Firmenkultur mit Wertschätzung, Feedback und aktiver Kommunikation verbessert das Engagement und die Motivation. Oft machen dabei vor allem kleine Alltagsmomente, wie ein gemeinsames Mittagessen, den entscheidenden Unterschied. Unsere Positionierung schließt die Lücke zwischen Erwartungen der Mitarbeitenden und Zielen der Arbeitgeber – mit Fokus auf zentrale Engagement-Treiber wie Kaufkraft, Anerkennung und Wohlbefinden.

medianet : Sie betonen die Wirkung kleiner Alltagsmomente. Wie lässt sich dieser Ansatz in Unternehmen messbar machen, die traditionell eher auf große Incentive-Programme oder monetäre Anreize setzen?
Partener: „Daily lifts“ wirken, weil sie im Arbeitsalltag verankert und niederschwellig sind. Das heißt nicht, dass sie nicht auch ein monetärer Anreiz sein können – ein Zuschuss zum Mittagessen, dass dann in gemeinsamer Runde gegessen wird, bringt einen fast automatischen positiven Aspekt in den Arbeitsalltag. Und die Nutzung ist hier gut messbar – etwa durch Kennzahlen der Einlösung sowie über direktes Feedback der Mitarbeitenden, beispielsweise via Pulse Surveys. Ergänzend liefern Entwicklungen bei Fluktuation und Abwesenheiten sowie Recruiting-Kennzahlen (z. B. Time-to-Hire) belastbare Einblicke.

medianet : Wie verändert sich aus Ihrer Sicht die strategische Rolle von Mitarbeiterbenefits im Kontext von Fachkräftemangel, Employer Branding und Produktivität?
Partener: In Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel wird eine attraktive Employer Brand zum entscheidenden Vorteil – und die richtigen Benefits sind dafür zentral. Klug konzipierte Zusatzangebote vermitteln gelebte Wertschätzung und zeigen, dass sich das Unternehmen ernsthaft mit den Bedürfnissen der Belegschaft auseinandersetzt und im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt. Oft geht es weniger um die Höhe eines Benefits als um den Faktor Mensch und die positive Emotion, die echtes Interesse auslöst. Benefits rücken damit vom „Nice-to-have“ in das Betriebssystem der Organisation und zahlen messbar auf Attraktivität, Bindung und Produktivität ein.

medianet : Edenred spricht von einem ganzheitlichen Engagement-Ansatz: Von Grundbedürfnissen bis zur Selbstverwirklichung. Welche Erwartungen haben Sie an österreichische Unternehmen: Sind sie bereit, Engagement langfristig und strukturiert zu denken, statt punktuelle Maßnahmen zu setzen?
Partener: Wir glauben, dass Engagement als System verstanden werden muss – von Grundbedürfnissen wie Kaufkraft und Ernährung über Anerkennung und Zugehörigkeit bis hin zu Entwicklung. Das setzt einen strategischen Ansatz voraus.

Benefits brauchen einen klaren Nutzen: Ein Essens- oder Lebensmittelzuschuss adressiert ein Grundbedürfnis und schafft eine gleichberechtigte Benefit-Basis, von der alle Mitarbeitenden dauerhaft profitieren – inklusive einfacher Evaluierung. Zusätzlich entstehend die kleinen Alltagsmomente, die Leichtigkeit in den Arbeitsalltag bringen: ein gemeinsames Mittagessen oder eine Kaffeepause hebt die Stimmung spürbar, fördert das Zugehörigkeitsgefühl und gibt Energie.
Viele Unternehmen in Österreich verstehen Engagement bereits als Business-Priorität statt als „Nice-to-have“ und sind bereit, darin auch zu investieren. Und die Investition wird sich rentieren, das ist im Hinblick auf die Arbeitsmarktzahlen heute schon absehbar. Steuerlich vorteilhafte, alltagsnahe Benefits sind am Papier schon attraktiv; eine klare Haltung zu Wertschätzung und Lebensfreude erhöht dann die Akzeptanz und die Wirkung. (red)

Foto-Credit  https://www.studionext.at

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