BADEN. Der österreichische Shopping-Center-Markt befindet sich laut aktueller Dokumentation von Standort + Markt in einer Phase der qualitativen Transformation. Nach Jahren hoher Inflation, steigender Kosten und gedämpfter Kaufkraft stehen Betreiber unter Anpassungsdruck, während der Online-Handel den Wettbewerb weiter verschärft.
Derzeit werden 251 Shopping Center erfasst, davon 131 Shopping Malls und 120 Retail Parks. Die vermietbare Gesamtfläche liegt bei rund 4,3 Mio. m². Neues Wachstum entsteht kaum durch klassische Neubauten, sondern vor allem durch Umnutzungen bestehender Handelsimmobilien. Die Phase dynamischer Flächenexpansion gilt als weitgehend abgeschlossen.
2025 wurden die Center von rund 570 Mio. Besuchern frequentiert, der Gesamtumsatz lag bei knapp 16 Mrd. Euro. Retail Parks entwickelten sich zuletzt robuster als klassische Malls, was Standortexperten vor allem auf den stärkeren Fokus auf Grund- und Kurzfristbedarf zurückführen. Die durchschnittliche Flächenproduktivität stieg auf rund 4.050 Euro pro Quadratmeter. Rund jeder fünfte Euro im Einzelhandel wird in einem Shopping Center umgesetzt.
Verschiebungen bei Standorten und Mieterstruktur
Die Analyse von Standort + Markt zeigt zudem strukturelle Verschiebungen im Branchen-Mix. Der Filialisierungsgrad liegt bei 74 Prozent der Shops und über 90 Prozent der Verkaufsfläche. Diskontorientierte Konzepte gewinnen an Bedeutung, insbesondere in Retail Parks. In Shopping Malls wächst der Freizeit- und Entertainment-Anteil als Frequenzbringer, während klassische Mode- und Einrichtungskategorien Fläche verlieren.
Die Zahl der Shops liegt bei rund 8.600, die Leerstandsquote beträgt flächenbezogen 5,5 Prozent. Malls sind davon stärker betroffen als Retail Parks. Insgesamt sieht Standort + Markt den Markt nicht mehr in einer Phase quantitativer Expansion, sondern in einem strukturellen Anpassungsprozess, bei dem Standortqualität, Nutzungsmix und flexible Flächenkonzepte über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. (red)
