SEEFELD. Der Europäische Mediengipfel widmete sich am vor Kurzem in einer Sonderedition den aktuellen Herausforderungen des österreichischen Medienmarkts. Im Mittelpunkt standen die geplante Reform der Medienförderung, wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie die Auswirkungen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz auf Medienunternehmen und Redaktionen.
Tirols Landeshauptmann Anton Mattle kündigte in seiner Funktion als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz an, einen Antrag zur Stärkung des regional geprägten Medienstandorts Österreich einzubringen. „Freie Medien, die unabhängig, objektiv und sachlich berichten, sind für unsere liberale Demokratie unverzichtbar“, so Mattle. „Ich werde daher bei der Landeshauptleute-Konferenz einen Antrag einbringen, der sich zum regional-geprägten Medienstandort bekennt und konkrete Grundsätze und Instrumente zur Unterstützung der österreichischen Medienhäuser vorsieht. Die angekündigte Reform der Medienförderung bringt die Chance mit sich, den österreichischen Medienstandort nachhaltig abzusichern und regionale Medien zu stärken. Voraussetzung dafür ist die nachhaltige wirtschaftliche Überlebensfähigkeit der Medienunternehmen. Dazu wollen wir Bundesländer für den Medienstandort Österreich Position beziehen“, erklärte Mattle weiter.
Medienförderung und Kooperation
APA-CEO Clemens Pig sprach anlässlich des 80-jährigen Bestehens der Austria Presse Agentur über Veränderungen der globalen Kommunikationsordnung und deren Auswirkungen auf Medien und Gesellschaft. Grundlage seiner Ausführungen war sein aktuelles Buch „Welt ohne Wahrheit“.
Im zentralen Podium diskutierten ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher, VÖZ-Präsident Maximilian Dasch, VÖP-Präsident Christian Stögmüller und Medienmanager Markus Breitenecker über die Zukunft des Medienstandorts Österreich. Thurnher verwies dabei auf die wachsende Bedeutung gemeinsamer Initiativen gegenüber internationalen Plattformen und KI-Anbietern. Zudem brachte sie eine Wiederbelebung der Austria Video Plattform ins Gespräch.
Neue Herausforderungen für Medienhäuser
Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und der Schweizer Medienexperte Markus Spillmann analysierten den Wandel der Informationsmärkte und die Rolle digitaler Plattformen. „Journalismus ist nicht mehr nur eine Profession, sondern eine Kulturtechnik, die jeden angeht. Ich setze für die Zukunft auf eine Graswurzelbewegung für den Journalismus, die ein Grundstein sein kann für eine redaktionelle Gesellschaft, die selbstkritisch ist und eine neue Form der Verständigung begründet. In einer Zeit, in der jeder zum Sender geworden ist, gilt das journalistische Ethos für alle“, so Pörksen.
Weitere Diskussionen beschäftigten sich mit der wirtschaftlichen Lage nationaler Leitmedien sowie der Zukunft regionaler Redaktionen. Teilnehmer waren unter anderem Vertreter von APA, Die Presse, Kronen Zeitung, Standard Gruppe, Moser Holding, ORF Tirol und dem Verband Regionalmedien Österreich. Als gemeinsames Fazit wurde die Bedeutung verstärkter Kooperationen innerhalb der Branche hervorgehoben. (red)