WIEN. Die FPÖ hat am Samstag, mit dem Neujahrstreffen der Partei, auch ihren Online-Radiosender „Austria First“ gestartet. Beim „Patriotensender“ sind mehrmals pro Tag „Infosendungen“ zu hören. Am gestrigen Montag wurde über die bisher rund 40.000 Downloads der „Austria First“-App berichtet.
Die FPÖ baut mit dem Online-Radiosender ihr Medienangebot weiter aus. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker erklärte im ersten „Journal um 12“ des Senders, so könne man Informationen „ungefiltert“ zu den Bürgerinnen und Bürgern bringen.
Moderator von RTV
An Bord von „Austria First“ sind unter anderem FPÖ-Nationalratsabgeordnete Marie-Christine Giuliani, die einst für den ORF tätig war, und nun die Sendereihe „Giuliani im Gespräch. Die Gedanken sind frei“ moderiert. Auch Werner Reichel, der zuletzt das Buch „Linke Verschwörungstheorien – Wie wir getäuscht, betrogen und gesteuert werden“ veröffentlichte, tritt als Moderator auf. Mit Nicolas Schrott findet sich zudem der gegenwärtige Chefredakteur des oberösterreichischen Regionalfernsehsenders RTV, der laut Homepage „unabhängig und frei berichtet“, unter den Moderatoren. Auch Vera Schott ist sowohl bei RTV als auch nun „Austria First“ tätig. RTV entwickelte sich im Zuge der Coronapandemie zusehends zu einem Sender, der Verschwörungserzählungen und rechten Protagonisten viel Platz einräumt.
Im Jahr 2022 gewährte RTV dem Onlinesender Auf1 mehr als acht Monate lang täglich ein Fensterprogramm. Auf1 hatte jedoch keine Zulassung dafür, weswegen die Medienbehörde KommAustria Verwaltungsstrafen über Verantwortliche der beiden Sender verhängte. Auf1 wird in Deutschland vom Verfassungsschutz überwacht, da der Onlinesender „minderheiten-, islam- und muslimfeindliche Inhalte“ verbreite, „rassistische Stereotype“ bediene und sich „regelmäßig auf antisemitisch konnotierte Verschwörungstheorien“ beziehe.
Wenig österreichische Musik
Zu hören gibt es bei „Austria First“ primär englischsprachigem Pop. Österreichische Musik findet sich abseits der John Otti Band, die regelmäßig als Einheizer bei FPÖ-Veranstaltungen auftritt, wenig. Einzelne Musikerinnen und Musiker sollen sich laut „oe24“ bereits gegen das Abspielen ihrer Songs bei „Austria first“ ausgesprochen haben. (APA/red)
