MARKETING & MEDIA
Influencer-Marketing © mhoch3

Geschäfts­führer Martin Kirchbaumer ist CEO der Agentur mhoch3.

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Geschäfts­führer Martin Kirchbaumer ist CEO der Agentur mhoch3.

Gianna schöneich 16.03.2018

Influencer-Marketing

Dreidimensionales Marketing von mhoch3 – CEO Martin Kirchbaumer sprach im Interview erstmals über 20 Jahre bewegte Agenturgeschichte.

••• Von Gianna Schöneich

WIEN. Der Begriff Influencer-Marketing hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem der Lieblingsbegriffe der Branche entwickelt. Berichte, Vorträge, ja ganze Konferenzen widmen sich der Thematik, und kaum ein Unternehmen kann sich diesem Sog entziehen. Im vierten Wiener Gemeindebezirk, in den Büros der Agentur mhoch3, beschäftigt man sich seit 19 Jahren mit Influencer-Marketing, damals, als der Begriff Social Media höchstens Unwissenheit auf den Plan rief.

Turbulente Geschichte

Die Firmengeschichte von mhoch3 lässt sich als „turbulent” beschreiben. Was 1999 mit dem Monitoring von Social Media Channels begann, entwickelte sich 2002 zu einer Agentur, die sich auf Virales Marketing spezialisierte – also auf das gezielte Auslösen von Kommunikation mithilfe von selbst aufgebauten Opinionleadern bzw. durch die Ansprache von Multiplikatoren.

Ein Jahr später beobachtet man als erste Agentur nicht nur die Kommunikation im Web, sondern auch jene in klassischen Medien. Bereits 2008 betreut mhoch3 unzählige Corporate-Social Media-Profile, Blogs und Websites, 2013 bringt man das „Alerting Tool” auf den Markt; dieses soll Shitstorms im Web vermeiden und Unternehmen vor negativen Kommentaren im Netz warnen. Im selben Jahr launcht man den Online Impact Index und kann mit diesem die Relevanz und den Wert von Online- und Social Media-Kanälen messen.
„Wir mobilisieren Themen, damit sich die Zielgruppe mit einem Thema und letztlich mit einer Marke ernsthaft beschäftigt”, erklärt CEO Martin Kirchbaumer die Tätigkeit der Agentur mhoch3.
Unternehmen wenden sich an Kirchbaumer und sein Team, um herauszufinden, wie über ihre Marke kommuniziert wird und letztlich, um diese stark verbessert zu positionieren. Hierfür setzt mhoch3 auf Influencer; diese agieren ganz klassisch auf Blogs oder in Sozialen Medien wie Instagram oder Facebook.
„Dank unserem Monitoring wissen wir, was über eine Marke gesprochen wird, wir generieren aus diesen Learnings jenen Content, der die Zielgruppe interessiert. Dieser wird über Influencer oder unser Content Management Marketing-Team in allen Kanälen verbreitet. Unser Monitoring wertet die Kommunikation erneut aus, so können wir den Erfolg unserer Strategie ständig kontrollieren. Wir nennen es Dreidimensionales Marketing.”

Verschiedenste Kanäle

mhoch3 hat eine lange Kundenliste mit hochkarätigen Namen wie Red Bull, Huawei, TUI, IBM, Nissan, Microsoft, Hilton, Puls4 oder Universal Music. Über diese kann Kirchbaumer erst seit Kurzem sprechen, denn zur Firmengeschichte von mhoch3 zählt auch ein Eklat: Ein ehemaliger Mitarbeiter entwendete Unternehmensdaten, manipulierte diese und wandte sich vor vier Jahren an ein österreichisches Medium – es erscheint ein „Verleumdungsartikel”, wie ihn Kirchbaumer nennt. Die Vorwürfe gegen die Agentur reichten von Fakeprofilen über einen fehlenden Ethikkodex bis hin zur Veröffentlichung ausgewählter Kunden. Kirchbaumer gab zu dem damaligen Fall keine Statements ab, schließlich hatte er sich seinen Kunden gegenüber zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Heute erklärt er: „Unsere Influencer haben mit ihren eigenen erstellten Profilen gearbeitet, wie es in der Branche Usus ist.” Die Influencer, die mhoch3 beschäftigt, agieren auf verschiedenen Kanälen und haben unterschiedliche Schwerpunkte. mhoch3 bildet auch Influencer inhouse aus – so will man Diskussionen auf höchstem Niveau gewährleisten. Auch Kampagnen im Ausland sind kein Problem, denn mhoch3 arbeitet mit Influencern auf der ganzen Welt zusammen, wenn es ein Kunde wünscht.
Kirchbaumer und sein Team verfolgen auch hohe ethische Ansätze: Politik, Tabak & Alkohol sowie alle Thematiken, die man nicht als ethisch korrekt oder empfehlenswert betrachtet, lehnt die Agentur ab.

Erfolgsstory: Huawei

Aus dem Skandal von vor vier Jahren geht mhoch3 gestärkt heraus und ist erfolgreicher denn je. So schrieb die Agentur mit vielen Unternehmen wahre Erfolgsstories. So beispielsweise mit Huawei: Für den Big Player der Telekommunikationsbranche setzte mhoch3 auf über zwölf Blogger und konnte die Reichweite der Huawei-Facebook- & Instagram-Kanäle um 15% steigern bzw. die Interaktion insgesamt um 34% mehr steigern als die Konkurrenz.

Innerhalb von 18 Monaten konnte man mehr als 41.000 hochaktive Fans auf Facebook gewinnen. Die Zahlen sprechen für sich: Huawei konnte seinen Marktanteil im hart umkämpften Smartphonemarkt massiv erhöhen und während der Kampagnen zum Launch des neuen Flagship-Modells (P10) sogar Platz 1 der Smartphone Verkäufe in Österreich erobern.
Ein weiteres Beispiel für eine umfassende und erfolgreiche crossmediale Online-Storytelling-Kampagne ist die Zusammenarbeit mit „Dachstein”. Dabei wurde via Webseite, Facebook, Instagram und Influencer-Kooperationen „der virtuelle Dachstein bestiegen”. Neben den 16 Influencern wurden hier auch die User sehr stark in die „Unique Steps”-Kampagne miteingebunden und letztlich zu Markenbotschaftern von Dachstein. Über 1.350 Postings von Fans und eine damit einhergehende Absatzsteigerung von über 30% sprechen auch hier eine klare Sprache und ließen sowohl die Herzen von mhoch3 als auch des Kunden höher schlagen.

Mit viel Herzblut

„Dank unserem Monitoring ist der Erfolg unserer Kunden messbar. Wir sind sehr stolz auf unsere Erfolge. Unsere Influencer sind mit Herzblut dabei und setzen alles daran, dass die Interaktion der User mit einer Marke nachhaltig bestehen bleibt”, so Kirchbaumer.

mhoch3 beschäftigt inhouse über 20 und über 80 externe Mitarbeiter. Die Themen sind breit aufgestellt, derzeit geht man neben den etablierten Bereichen Technik, Tourismus und Fitness verstärkt den Themen Kulinarik oder Kryptowährung nach. Die Entwicklungen im Influencer-Marketing innerhalb der letzten zwei Jahre sieht Kirchbaumer positiv: „Die Awareness ist beim Kunden stark gestiegen. Wir haben dazu beigetragen, das Thema zu aktivieren.”

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