WIEN. Markus Nutz hat Spinnwerk 2010 gegründet, also in den Anfangstagen des Siegeszuges von Social Media. Als Executive Manager hat er viele Entwicklungen miterlebt, die unser heutiges Leben prägen. Im Gespräch mit medianet spricht er sich gerade auf Social Media gegen einen „KI-Einheitsbrei“ aus und empfiehlt Marken, es wieder vermehrt menscheln zu lassen.
„Je mehr KI-generierte Inhalte entstehen, desto wichtiger werden echte Einblicke, echte Menschen und echte Geschichten – auch wenn es dann nicht 100 Prozent perfekt ist“, zeigt er sich überzeugt.
Unternehmen werden sich seiner Ansicht nach künftig weniger darüber differenzieren, welche Tools sie nutzen, sondern darüber, wie authentisch sie kommunizieren. Der Einsatz von KI-generierten Inhalten sollte daher gut durchdacht sein.
Ein Werkzeug, nicht mehr
„KI ist ein hervorragendes Werkzeug, um Prozesse effizienter zu gestalten, Ideen zu entwickeln oder Inhalte vorzubereiten. Das spart Zeit und Ressourcen. Die kreative und strategische Verantwortung sollte jedoch weiterhin beim Menschen liegen“, fordert er. Die KI könne schließlich unterstützen, aber keine Haltung, keine Unternehmenskultur und keine echte Beziehung zur Community ersetzen.
Denn genau diese Echtheit erwarten sich Nutzer auf Social Media. Die „Zeiten perfekt inszenierter Hochglanzwelten“ sind seiner Meinung nach vorbei. Die Nutzer möchten das Unternehmen, die Menschen dahinter, deren Werte und den Alltag kennenlernen. Eine authentische Kommunikation, so Nutz, schafft Vertrauen – die Grundlage jeder erfolgreichen Marke.
Community managen
Eine Schlüsselrolle nimmt dabei das Managen dieser Beziehungen zur Community ein. Man dürfe nicht nur Content produzieren, sondern müsse auf Augenhöhe kommunizieren und interagieren: „Genau deshalb wird Community Management künftig eher wichtiger werden.“
Die neuen Möglichkeiten sollten ausprobiert werden, ohne die eigene Persönlichkeit zu verlieren. Was macht also gutes Social-Media-Marketing 2026 aus? „Die richtige Balance zwischen Technologie und Mensch. KI hilft bei der Effizienz, Authentizität sorgt für Relevanz. Wer beides verbindet, wird auch künftig erfolgreich kommunizieren.“ (gs)
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