•• Von Sascha Harold
In den medianet xpert.rankings gab es in der Kategorie Livemarketing heuer ein besonders knappes Rennen. Durchgesetzt hat sich mit Kesch der Vorjahressieger, knapp vor Himmelhoch und der LiveGroup. Im ausführlichen Siegerinterview lassen die beiden Gründer Thomas Kenyeri und Lukas Schütz das vergangene Jahr Revue passieren und sprechen über die Gründe des Erfolgs.
medianet: Kesch und der Gold-Award im Livemarketing scheinen mittlerweile untrennbar verbunden. Was ist Ihr Geheimrezept?
Thomas Kenyeri: Geheimrezept klingt nach Zauberei – aber eigentlich ist es ganz simpel: Wir verbinden außergewöhnliche Kreativität mit absolut zuverlässiger strategischer Planung und passgenauer Umsetzung. Jedes Projekt beginnt mit einem tiefen Verständnis der Marke – ihrer Werte, ihrer Ziele, ihrer Zielgruppe. Erst dann bauen wir die Erlebniswelt drumherum. Das Ergebnis ist kein generischer Event, sondern ein Markenerlebnis, das wirklich zu der jeweiligen Marke passt und alles Touchpoints trifft.
Lukas Schütz: Wenn das gelingt, dann gewinnt man nicht nur Awards – man gewinnt vor allem das Vertrauen der Kunden. Dass wir nun zum zweiten Mal in Folge die Nr. 1 beim Ranking in den Kategorien Livemarketing und Promotion-Agentur sind, erfüllt uns natürlich mit Stolz. Wenn man so will, ist unser Geheimrezept unser einzigartiges Team! Wir gehen hier den klaren Weg, voll auf inhouse Leistungserbringung mit eigenen Mitarbeitern zu setzen. Dieser ganzheitliche Ansatz und die volle Power von mehr als 45 Vollzeitkollegen machen uns nicht nur handlungsfähig, sondern auch inhaltlich relevant.
medianet: Kaum ein Event kommt mehr ohne eine digitale Ebene aus, Kesch war hier ein Vorreiter. Wie hat sich das Anforderungsprofil der Kunden im letzten Jahr verändert?
Schütz: Die Kunden kommen heute nicht mehr und fragen: ‚Können wir auch was Digitales machen?‘ Sie kommen und sagen: ‚Wie können wir unsere Liveprojekte digital verlängern?‘ Das ist der Shift. Früher war die digitale Ebene ein Add-on, heute ist sie ein integraler Bestandteil des Konzepts.
Kenyeri: Wir setzen das bereits seit Jahren so um – mit KI-Fotoboxen, Augmented Reality, digitalen Promotions und Social Media-Integration. Aber was sich im letzten Jahr wirklich verändert hat: Die Kunden wollen nicht nur Reichweite, sie wollen messbare Ergebnisse. Das Erlebnis soll nicht nur schön sein, sondern nachweisbar wirken.
medianet: Welches Projekt des letzten Jahres war die größte logistische oder kreative Herausforderung?
Schütz: Da kommt mir spontan der europäische Marktstart von KuCoin – der globalen Kryptobörse – in den Sinn. Wir haben das in der Spanischen Hofreitschule in Wien inszeniert, mit Brand Ambassador Tadej Pogačar, dem vierfachen Tour de France-Sieger. Das klingt glamourös – und war es auch –, aber dahinter steckt enorme logistische Präzision. Ein internationaler Athlet, ein historisches Venue, ein globaler Kunde, ein Launch mit großer Öffentlichkeitswirkung. Da gibt es keinen zweiten Versuch …
Kenyeri: Dazu kam noch die sehr sportliche Timeline. Vom Gewinn des Pitches bis zur Umsetzung vergingen nicht einmal zwei Monate.
medianet: Was waren darüber hinaus die Highlights?
Schütz: 2025 war für uns insgesamt ein sehr starkes Jahr. Wir konnten neben vielen Neukunden wie BYD, Manner, OMV, Danone, Casinos Austria usw. die Beziehungen zu unseren Stammkunden wie Coca-Cola, Henkel, Nespresso weiter ausbauen. Gleichzeitig freut uns die super Entwicklung unserer Kesch-Unternehmen in Zürich und München sehr. In diesen Ländern beschäftigen wir schon ca. 15 Mitarbeiter und sind weiterhin auf Wachstumskurs. Der Vamp-Award hat uns sieben Auszeichnungen gebracht – in mehreren Kategorien. Dann das Doppel-Gold bereits im vergangenen Jahr bei den medianet xpert.awards als beste Promotion-Agentur und beste Livemarketing-Agentur Österreichs.
Kenyeri: Was uns beide persönlich sehr gefreut hat – wir haben erstmals den Sprung in das Great Place To Work-Ranking Österreich geschafft – Top 3 in unserer Kategorie. Das zeigt, dass wir nicht nur nach außen performen, sondern auch intern als Unternehmen gewachsen sind. Auch beim diesjährigen Ranking erhoffen wir uns wieder eine Spitzenplatzierung.
Lukas und ich hatten bei unserer Gründung eine klare Vision, irgendwann mal Österreichs bester Arbeitgeber zu werden. Das ist weiterhin unser großes Ziel.
medianet: Livemarketing galt lange als schwer messbar. Kesch setzt auf Datenerhebung und Tracking-Tools. Wie wird das von den Kunden angenommen?
Kenyeri: Anfangs war da tatsächlich noch Skepsis – manche Kunden haben Brand Experiences eher als ‚Gefühlssache‘ betrachtet. Heute ist das komplett anders. Kunden wollen Ergebnisse sehen. Wir nennen das R.O.X – Return on Experience: Wie viele Kontakte? Wie lange war die Verweildauer? Was hat die Interaktion ausgelöst? Wir haben früh in Tracking-Tools und Datenerhebung investiert, genau weil wir wussten: Der Tag kommt, an dem das kein Nice-to-have mehr ist, sondern Voraussetzung.
