MaFo-Zukunft:  Digitaler Zwilling
© Mirella Frangella
Stephan Ifkovits (l.), Head of Prompt Monitoring bei Observer, und Observer-Geschäftsführer Florian Laszlo.
MARKETING & MEDIA Redaktion 23.01.2026

MaFo-Zukunft: Digitaler Zwilling

Durch Virtualisierung der Bevölkerung können Zielgruppen detaillierter gestaltet und auch befragt werden.

•• Von Sascha Harold

WIEN. In der Industrie 4.0 gehört der „Digitale Zwilling“ zum Standard, um komplexe Systeme zu simulieren und Prozesse zu optimieren. Nun erreicht die Technologie Sozialwissenschaften und Marketing. Der Hintergrund ist ein akutes Problem der Branche: Die Erreichbarkeit von Panelisten sinkt rapide, während die Kosten – in manchen Märkten bereits auf bis zu 30 € pro Respondent – explodieren. Besonders im B2B-Bereich bleiben oft „blinde Flecken“ in der Datenlandschaft zurück.

Virtualisierung als Ausweg?
Die Virtualisierung von Bevölkerungsgruppen ermöglicht hier einen Perspektivwechsel. Dank leistungsfähiger KI-Systeme lassen sich riesige Datenmengen, etwa aus dem Euro-Zensus, auf europäischen Servern verknüpfen. Das Ergebnis ist ein digitales Abbild der Gesellschaft, das präzise Analysen erlaubt, ohne auf die Kooperation physischer Testpersonen angewiesen zu sein.

Die aktuell in Gründung befindliche österreichische Digital Twin Consulting GmbH, unter Leitung von Marketing-Experte Oliver Vogel, will die Möglichkeiten für Marketing und Kommunikation nutzbar machen. „Digital Twin Consulting bietet die simulationsbasierte Entscheidungsintelligenz für Marketing, Kommunikation und Produktentwicklung als Managed Service an“, so Vogel. Der USP liege in der Kombination aus hoher Geschwindigkeit, Segment-Logik statt Durchschnittswerten sowie einem iterativen Lernsystem über mehrere Wellen.

Effizienz durch Simulation
Ein Hauptproblem klassischer Wellen-Modelle ist mangelnde Konsistenz. Der Digitale Zwilling hingegen kann jederzeit erneut befragt werden. Als Vertriebspartner für den DACH-Raum fungiert Observer. Geschäftsführer Florian Laszlo sieht in der Technologie einen Quantensprung: „Ich bin von dem vollständig neuen Blick auf die europäische Bevölkerung überzeugt und begeistert, dass dieser für strategische Entscheidungen auch tatsächlich nutzbar ist.“

Die Validität gibt der Technik recht: Vergleichsstudien zeigen lediglich Abweichungen von zwei bis vier Prozent zur analogen Forschung. Stephan Ifkovits, Head of Prompt Monitoring bei Observer, unterstreicht, dass die Tiefe des Tools weit über bisherige Lösungen hinausgeht: „Mit dem Prompt-Monitoring ermöglichen wir die acht führenden LLMs in ihrer Relevanz für Kommunikation und Branding zu evaluieren. Den Konsumenten und den Stakeholder direkt befragen zu können, geht über Chat-Bots und KI Personas weit hinaus.“

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