WIEN. Martin Fleischhacker, seit 2018 Geschäftsführer der Wiener Zeitung und seit vielen Jahren im Unternehmen, verlässt das Medienhaus, wie in mehreren Medien zu lesen war, auf eigenen Wunsch. Im September 2024 war er für drei weitere Jahre als Geschäftsführer bestätigt worden, nun endet der Vertrag vorzeitig. Unter seiner Führung wurde die Wiener Zeitung einem großen Transformationsprozess unterzogen. Unter anderem wurde Ende Juni 2023 die Print-Ausgabe eingestellt.
Gefragt, was die Wiener Zeitung heute sei, antwortete Fleischhacker in einem Interview im Juni 2025 gegenüber medianet: „Ich (…) kann heute sagen, dass wir alles so umgesetzt haben, wie ich es in meiner Bewerbung 2018 skizziert hatte. Restrukturierer sind meist nicht everybody’s darling. Aber wir konnten viel Positives möglich machen, was auf den ersten Blick unmöglich erschien. Das Aus der Tageszeitung hat die Politik entschieden, aber mit viel Arbeit und Kreativität haben wir in der Mediengruppe Wiener Zeitung Dinge umgesetzt, die dem Medienstandort wirklich viel bringen und auch die Eigentümerschaft des Bundes rechtfertigen. Unser vielfältiger Einsatz für Qualitätsjournalismus ist das beste Beispiel.“ (https://medianet.at/news/marketing-and-media/wir-haben-ganz-klar-die-jungen-im-fokus-68485.html)
Eine Sprecherin des zuständigen Medienministers Andreas Babler bestätigte gegenüber medianet den Abgang: „Martin Fleischhacker scheidet im Laufe des zweiten Quartals auf eigenen Wunsch aus der Geschäftsführung der Wiener Zeitung aus. Die Wiener Zeitung befindet sich nach der in den vergangenen Jahren umgesetzten Transformation auf einem sehr guten Weg. Nun geht es darum, sie strategisch weiterzuentwickeln und ihre Bedeutung für den Medienstandort Österreich nachhaltig zu stärken. Ein geordneter und reibungsloser Übergang ist in enger Abstimmung mit dem neu bestellten Aufsichtsrat sichergestellt. Die Position der Geschäftsführung wird in den kommenden Tagen ausgeschrieben.“
Erst kürzlich hat Medienminister Babler den Aufsichtsrat der Wiener Zeitung neu besetzt. So sind dort unter anderem Eva Weissenberger (Storytime Media), der ehemalige profil-Chefredakteur Christian Rainer und auch Maria Matschig (ÖBB) vertreten.
Laut einem Bericht der Tageszeitung Der Standard soll Fleischhacker in die Führungsebene eines Medienunternehmens im deutschsprachigen Raum wechseln. (red)
