WIEN. Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband (ÖZV) unterstützen eine transatlantische Koalition europäischer und kanadischer Presseverbände. Zu ihr zählen unter anderem ENPA, EMMA, der European Publishers Council, News Media Europe, News Media Canada und Magazines Canada. Vor dem EU-Kanada-Gipfel, der heute und morgen im kanadischen Montreal stattfindet, fordert die Koalition, dass die gemeinsame Erklärung Rahmenbedingungen für freie, unabhängige und wirtschaftlich tragfähige Medien enthält.
Anlass ist die Nutzung journalistischer Inhalte durch KI-Systeme, etwa für Zusammenfassungen, ohne dass Verlage sie ausreichend nachvollziehen und kontrollieren können. Laut Koalition nutzen nicht identifizierte KI-Bots und KI-Agenten Presseinhalte in großem Umfang ohne Genehmigung oder Vergütung. KI-generierte Zusammenfassungen in Suchmaschinen lenkten Leser von den Websites der Verlage weg, das führe zu Verlusten bei Reichweiten sowie bei Abonnement- und Werbeeinnahmen. Verlangt werden mehr Transparenz, durchsetzbare Rechte und eine faire Vergütung. Die Koalition will ein transparentes KI-Ökosystem fördern, das geistiges Eigentum schützt und die Lizenzierung erleichtert. Als Beispiel nennt sie den von der SPUR Coalition (Standards for Publisher Usage Rights) entwickelten Standard für Content-Telemetrie.
„Unsere Nachrichtenmedien und Zeitschriften verfolgen ein gemeinsames Ziel: die Öffentlichkeit zu informieren und Wissen vermitteln und somit einen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen Debatte zu leisten. Diese Arbeit verursacht Kosten und hat einen Wert. Wenn Plattformen unsere Inhalte ohne Genehmigung oder Vergütung nutzen, schwächt das nicht nur die Verlage, sondern auch unsere Demokratien. Mit dem Gipfel in Montreal können Europa und Kanada unter Beweis stellen, dass sie sich gemeinsam für die Verteidigung unabhängiger und wirtschaftlich nachhaltiger Medien einsetzen“, betonen die Mitglieder der Koalition. (red)