FRANKFURT. Spitch hat seinen Trends-Report für 2026 veröffentlicht. Präsentiert wurde die Analyse von Joseph Novak, Chief Innovation Officer des Unternehmens. Der Bericht beschreibt einen Wendepunkt in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz hin zu sogenannter Collaborative Agentic AI, die nicht autonom agiert, sondern in enger Abstimmung mit dem Menschen arbeitet.
Während frühere Jahre laut Spitch stark von Experimenten mit generativer KI geprägt waren, stehe 2026 im Zeichen der Professionalisierung: Im Mittelpunkt stünden messbarer Return on Investment, klare Sicherheitsleitplanken sowie eine nachvollziehbare Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI. Agentic AI komme dort zum Einsatz, wo ein klar definierter Nutzen und eine kontrollierte Risikosteuerung gegeben seien.
Der Report warnt vor sogenanntem „Agent Washing“, also der Umbenennung einfacher Chatbots zu Agenten ohne echten Mehrwert. Spitch verweist in diesem Zusammenhang auf Prognosen von Gartner, wonach bis Ende 2027 mehr als 40 Prozent der KI-Projekte mangels Wertschöpfung oder Governance eingestellt werden könnten. Echte Agentic AI zeichne sich durch Human-in-the-loop-Ansätze und klar definierte Business-Cases aus.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Sprache als Interaktionskanal. Für komplexe oder sensible Anwendungsfälle werde Voice im Jahr 2026 an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig steige der Stellenwert von Sicherheitsmechanismen wie Voice-Biometrie und Anti-Spoofing-Technologien zur Abwehr KI-gestützter Betrugsversuche.
Mit Blick auf regulatorische Anforderungen, insbesondere den EU AI Act, setzt Spitch laut Bericht auf „Governance by Design“. Jede KI-Aktion soll nachvollziehbar, erklärbar und reversibel sein, insbesondere für regulierte Branchen wie Finanz- und Gesundheitswesen.
Novak erklärt: „Der Wandel geht eindeutig von einer rein ‚sprechenden‘ KI hin zu einer ‚partizipierenden‘ KI über. Unsere Vision ist die konsequente Vereinigung von Mensch und Maschine. Wir nutzen modernste Agentic-AI-Muster nicht, um Menschen zu ersetzen, sondern um sie von Routineaufgaben zu befreien. Dabei bleiben menschliche Empathie, Urteilsvermögen und die letzte Entscheidungsgewalt stets das Herzstück jeder Interaktion. Nur durch diese kollaborative Abstimmung können wir das volle Potenzial der KI sicher und effizient ausschöpfen.“ (red)
