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„Stimme der Vernunft” © APA/Herbert Neubauer

Ein Board aus Stake­holdern soll ein nachhaltiges Geschäfts­modell samt neuem Eigentümer für die Wiener Zeitung finden.

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Ein Board aus Stake­holdern soll ein nachhaltiges Geschäfts­modell samt neuem Eigentümer für die Wiener Zeitung finden.

Redaktion 21.05.2021

„Stimme der Vernunft”

Der Presseclub Concordia plädiert für eine temporäre Treuhand-Lösung – „Treuhand WZ” – zum Erhalt der Wiener Zeitung.

WIEN. Um den derzeit fraglichen Fortbestand der Wiener Zeitung zu sichern, hat der Presseclub Concordia einen Vorschlag zur weiteren Vorgangsweise unterbreitet.

Demnach soll die Republik die Eigentümerschaft an eine noch zu gründende Treuhandgesellschaft übertragen, die wiederum ein nachhaltiges Geschäftsmodell samt neuem Eigentümer aufstellen soll. Finanzielle Einbußen durch das geplante Aus von Pflichtinseraten sollen für mindestens drei Jahre ersetzt werden.

Eine „Treuhand-WZ”

Um das Ende dieser „Stimme der Vernunft und der Anständigkeit”, wie Concordia-Präsident Andreas Koller in einer Online-Pressekonferenz formulierte, zu verhindern, soll nun also eine „Treuhand WZ” als Übergangslösung fungieren. Geht es nach dem Presseclub, soll neben der Republik auch eine Handvoll anderer Stakeholder daran beteiligt sein. Die Voraussetzung ist, dass sie ohne wirtschaftliches Eigeninteresse den Erhalt der Zeitung sicherstellen wollen. Vizepräsident Helmut Spudich nannte etwa die Universität Wien, die National­bank, die Medien-Holding der Stadt Wien oder den Presseclub selbst als mögliche Kandidaten.

Viele Konstrukte möglich

Ein bis zu zehnköpfiges Board aus Personen mit Medien- und Sanierungserfahrung unter Einbindung von Redaktion und Verlag der Wiener Zeitung soll dann mit der Aufgabe betraut werden, „ein nachhaltiges neues Geschäftsmodell sowie eine neue Eigentümerin oder einen neuen Eigentümer zu finden, die dem bisherigen öffentlichen Status der Wiener Zeitung entsprechen”. Das könne auch eine – wie von mancher Seite geforderte – öffentlich-rechtliche Konstruktion sein, meinte Spudich: „All das ist offen.”

Concordia-Generalsekretärin Daniela Kraus fasste heute noch einmal wesentliche Argumente für den Fortbestand zusammen. Gerade für einen kleinen Markt wie Österreich sei Medienvielfalt extrem wichtig. Die Wiener Zeitung sei eine „Stimme der Vernunft im Wirrwarr der Netzwerkmeinungen” und zudem äußerst relevant für die Arbeitsplatzsituation am österreichischen Medienmarkt. (APA/red)

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