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Ströer spürt den Aufwind © Ströer Gruppe
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Redaktion 20.08.2021

Ströer spürt den Aufwind

Auch in Deutschland wird der Außenwerbemarkt vom Aufschwung erfasst – in Q3 will der Werbevermarkter Ströer bereits das Niveau von 2019 erreichen.

KÖLN. Der deutsche Werbe­vermarkter Ströer erholt sich dank eines wieder deutlich besseren Außenwerbegeschäfts und Zuwächsen in der Medien- und Datensparte weiter vom Coronaschock. Bereits im dritten ­Quartal sollen Umsatz und operatives Ergebnis über den jeweiligen Werten des Jahres 2019, also vor der Coronapandemie, liegen.

2021 peilt der Konzern, zu dem auch das Nachrichtenportal T-Online.de und der Datenanbieter Statista zählt, weiter einen Erlös in etwa auf dem Rekordniveau aus dem Jahr vor Corona an. Zudem soll sich der operative Gewinn im Vergleich zum vergangenen Jahr kräftig erholen und im besten Fall nur leicht unter demjenigen von 2019 liegen.

Digitalisierung hilft

Die starke Erholung der digitalen Außenwerbeprodukte und das Wachstum im programmatischen Bereich stärkten die Zuversicht für eine nachhaltig positive Entwicklung in den kommenden Monaten, sagte Co-Chef Christian Schmalzl laut Mitteilung. „Dementsprechend rechnen wir für das dritte Quartal mit 15 bis 20 Prozent Wachstum zum Vorjahr, was einer gut zehnprozentigen Steigerung zum Vorkrisenniveau entspricht.”

Beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern werde im dritten Jahresviertel ein Wert über demjenigen von 2020 und auch 2019 erwartet.
Im laufenden Jahr geht das Management weiter von einem Umsatz von 1,6 Mrd. € aus und damit um rund elf Prozent mehr als 2020 und in etwa so viel wie 2019. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird zwischen 490 und 510 Mio. € erwartet – bei dieser Größe wird also aller Voraussicht nach noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht werden.

Corona sorgte für Delle

2019 war der operative Gewinn bei rund 538 Mio. € gelegen, im Jahr 2020 war er vor allem wegen eines Einbruchs im Außenwerbegeschäft auf 453 Mio. € abgesackt.

In der Coronakrise hatte besonders die Außenwerbung unter den gekürzten Marketingbudgets großer Unternehmen gelitten. In vielen Bahnhöfen und auch im übrigen Personennahverkehr war unter anderem wegen verstärkter Heimarbeit und geringerem Reiseaufkommen das Fahrgastaufkommen deutlich niedriger als vor der Krise; die Plakatflächen und Bildschirme von Ströer waren damit weniger gefragt.
Die Lage änderte sich aber langsam zum Besseren. Im zweiten Quartal legte der Umsatz in dem Segment um 47% auf 152 Mio. € zu.
In der Sparte Digital & Dialog Media, in der Ströer unter anderem Callcenter betreibt und zu der T-Online zählt, lag der Umsatz mit 175 Mio. € um 45% über dem Vorjahresniveau. Konzernweit konnte der Umsatz – wie bereits seit Ende Juni bekannt ist – um 42% auf 374 Mio. € zulegen.
Der operative Gewinn des Unternehmens kletterte um 93% auf 107 Mio. €. Auch hier lag der Wert im Rahmen der im Juni in Aussicht gestellten Größenordnung. Der Überschuss habe 15 Mio. € betragen nach einem Verlust von 45 Mio. € ein Jahr zuvor.
Die Aktie legte im frühen Handel nach den detaillierten Zahlen, dem Ausblick auf das laufende Vierteljahr und der bestätigten Prognose um rund 0,5 Prozent zu.

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