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PPP – Chance und Herausforderung © Michael Hetzmannseder/WISAG Service Holding Austria

FM-Experten Manfred Völker (Siemens), Erich Wimmer (Drees & Sommer), Moderator Heimo Rollett, Paul Oblak (Stadt Wien), Anton Bondi de Antoni, Johannes Karner (ÖBB, v.l.)

© Michael Hetzmannseder/WISAG Service Holding Austria

FM-Experten Manfred Völker (Siemens), Erich Wimmer (Drees & Sommer), Moderator Heimo Rollett, Paul Oblak (Stadt Wien), Anton Bondi de Antoni, Johannes Karner (ÖBB, v.l.)

Redaktion 11.05.2018

PPP – Chance und Herausforderung

Die „Quadratur des Preises” stand im Mittelpunkt des siebenten FM-Clubs der WISAG Service Holding Austria.

WIEN. Public-Private-Partnerships werden wieder attraktiver, verlangen aber viel Vertrauen sowie klare Verträge. Thomas Fastenrath, Geschäftsführer der WISAG Service Holding Austria GmbH, betonte, dass PPP-Verträge aufwendig und daher selten seien: „Ein Anbietervertrag braucht Bauträger, Finanzierer und ein Facility-Management-Unternehmen, das die Bewirtschaftung für das Objekt übernimmt. Hier eine Einigung zu finden, verlangt viel Kommunikation, Vorarbeit und damit auch Kosten, ehe man das Angebot legen kann. Daher ­schrecken noch viele Unternehmen davor zurück.” Paul Oblak (Magistrats­direktion der Stadt Wien, Stadtbaudirektion) hob die Heraus­forderungen der öffent­lichen Hand hervor: „Bei Bau und Instandhaltung müssen wir für eine vernünftige Kalkulation ­einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren ausschreiben.”

Für die Vertragslaufzeit besteht zudem das Risiko, dass private Beteiligte ausfallen. ­Oblak: „In Wien sind wir einem politischen Entscheidungsträger verantwortlich und müssen die Maastricht-Kriterien berücksichtigen. Das Objekt selbst sollte im Eigentum der Stadt bleiben, auch das muss vertraglich für Projektabwicklung geregelt werden. Deshalb kommen wir bei PPP-Projekten nicht ohne juristische Begleitung aus, denn es braucht klare ­Verträge, um für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation zu schaffen.”

Vorteile dank kreativer Ideen

Manfred Völker von Siemens meinte, für beide Seiten seien die langen Vorlaufzeiten herausfordernd: „Die öffentliche Hand muss sich überlegen, wie sie das Objekt nutzen will und welche Anforderungen es erfüllen muss. Bereits hier fließt enormes Know-how in das Projekt.”

Bis zur Ausschreibung kann es bis zu eineinhalb Jahre dauern. Ungefähr dieselbe Zeit braucht es, um das Angebot zu erstellen – denn eine Ausschreibung verlangt meist ein ganzheitliches Angebot über 20 bis 25 Jahre, und beim Preis sollte etwa der zu erwartende Energieverbrauch berechnet sein, so Völker. „Daher herrscht allgemeiner Konsens, dass ein Volumen von mindestens 10 bis 12 Mio. Euro für ein PPP-Projekt notwendig ist. Der Vorteil ist, dass man ­innovative Ideen einbringen und so Mit­bewerbern voraus sein kann.”
Johannes Karner von der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH sieht PPP vor allem insofern eine gute Entwicklung, „da sich der Auftraggeber klar überlegen muss, was er will. Die Finanzierung kann langfristig gut abgedeckt werden. Das ist die wesentliche Änderung der letzten Jahre und ein Grund dafür, dass PPP wieder aufleben.” (pj)

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