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Beschaffungskrise trifft 83 Prozent der Händler © APA / AFP / STR
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Redaktion 18.02.2022

Beschaffungskrise trifft 83 Prozent der Händler

Zumindest bis Mitte 2023 ist laut Handelsverband weiter mit Verzögerungen und Ausfällen in der Lieferkette zu rechnen.

WIEN. Zwei Drittel (66%) der heimischen Handelsbetriebe sind aktuell mit einer Steigerung des Lagerstands an Altwaren konfrontiert, 83% haben mit Lieferverzögerungen und bzw. oder Lieferantenausfällen zu kämpfen – das hat der Handelsverband in einer Mitgliederbefragung ermittelt. Stationärer Handel und E-Commerce sind gleichermaßen betroffen.

Rohstoffkrise hält an

„Die Pandemie sorgt weiterhin für massive Verwerfungen in den Lieferketten. Die Ursachen sind vielschichtig. Der Containermangel in Fernost hält an, höhere Input-Kosten und der Nachfrage-Anstieg treiben die Rohstoffpreise in astronomische Höhen, und die weltweite Omikronwelle sorgt für Produktionsverzögerungen in den Industriebetrieben. Hinzu kommt die anziehende Inflation von 2,8 Prozent im Vorjahr – Tendenz steigend. Allein im Jänner sind die Großhandelspreise im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 15 Prozent angestiegen”, führt HV-Geschäftsführer Rainer Will aus.

Was die Logistik bzw. die Lieferketten betrifft, habe sich zwar das engmaschige Netzwerk an leistungsstarken Partnern sowie der Fokus auf regionale Lieferanten bewährt, der in den letzten beiden Pandemiejahren verstärkt wurde. Eine Normalisierung der Lage auf den Weltmärkten sei jedoch in den nächsten Monaten noch nicht zu erwarten. Beispielsweise ist der Rohkaffeepreis seit Sommer 2021 um mehr als 50% nach oben geklettert. Auch Baustoffe wie Konstruktionsvollholz (+77%) und Betonstahlstäbe (+53%) erlebten Preissteigerungen wie zuletzt in den 1940er-Jahren.
Der heimische Handel ist also einerseits mit stark steigenden Rohstoff-, Energie- und Transportkosten konfrontiert, andererseits hält die Beschaffungskrise (z.B. Chipmangel) weiter an. Die daraus resultierenden steigenden Kosten müssen zwangsläufig teilweise an die Endverbraucher weitergegeben werden – eine toxische Mischung für die Kaufkraft und den Lebensstandard der Bevölkerung.

Keine Entspannung vor 2023

„Wir rechnen damit, dass uns die Rohstoffkrise und Lieferverzögerungen zumindest noch bis Mitte 2023 begleiten werden. Viel hängt davon ab, wie sich die Pandemie nach der Omikron-Welle entwickeln wird”, so Will.

Parallel zur Beschaffungskrise kämpft der Handel aktuell mit einer Zuspitzung des Personalmangels: Das viel zitierte Händeringen der Arbeitgeber nimmt kein Ende. Ein starker Rückgang an Bewerbungen bedeutet rd. 15.000 offene Stellen im Einzelhandel und mehr als 5.000 im Großhandel. Sechs Prozent der Händler mussten heuer aufgrund von Personalmangel & Quarantänevorgaben bereits mehrfach Geschäfte schließen, elf Prozent zumindest einmal ein Geschäft. Bei weiteren zehn Prozent ist der Betrieb stark eingeschränkt. (red)

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