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„Die Pandemie hat das Essverhalten verändert” © iglo
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Redaktion 24.06.2022

„Die Pandemie hat das Essverhalten verändert”

iglo Österreich hat sich auf das Konsumverhalten der Österreicher mit dezidierter TK-Affinität bestens eingestellt.

••• Von Georg Sander

WIEN. Das Jahr 2020 war ein besonders starkes Jahr für die Kategorie Tiefkühlung: Der Umsatz der Kategorie im Lebensmitteleinzelhandel wuchs im vergangenen Jahr um 19%, jeder österreichische Haushalt konsumierte durchschnittlich 25 kg Tiefkühlprodukte (Eis und Torten ausgenommen). Ein überdurchschnittliches Jahr, auch für iglo, mit 20% Wachstum und einem Umsatz von knapp 120 Mio. €. Das Jahr 2021 zeigt: Der Trend hin zu Gefrorenem ist gekommen, um zu bleiben. Nach einem außergewöhnlich starken Wachstum im Jahr 2020 war der Umsatz mit Tiefkühlprodukten 2021 im Lebensmitteleinzelhandel zwar leicht rückläufig (–3,2 Prozent vs. 2020), seit 2019 ist diese Kategorie aber um 15,9% gewachsen.

„iglo Österreich ist es 2021 gelungen, sich auf einem hohen Niveau zu etablieren”, sagt Geschäftsführer Markus Fahrnberger-Schweizer im Gespräch mit medianet. „Denn während der Umsatz der gesamten Kategorie um 3,2 Prozent zurückging, haben wir nur einen leichten Rückgang von 1,7 Prozent zu verzeichnen und konnten Marktanteile gewinnen.”

Die Gründe

Homeoffice und geschlossene Gastronomiebetriebe haben dazu beigetragen, dass in Österreichs privaten Küchen rege Betriebsamkeit herrschte. Die iglo-Trendstudie zeigt: Auch wenn Take-away und Lieferdienste in der Pandemie florierten, wurde Selbstgekochtes wesentlich öfter aufgetischt. 35% haben die Zeit genutzt, um neue Rezepte auszuprobieren, für ein Drittel hat Selbstgekochtes grundsätzlich einen höheren Stellenwert bekommen, 31% geben an, dass gemeinsames Essen zu Hause nun viel wichtiger ist, und 30% kochen viel öfter als noch zuvor. Das Vertrauen in die eigenen Kochkünste ist gestiegen. Rund ein Viertel wagt sich an aufwendigere Rezepte heran. Verändert hat sich auch die Wahl der Zutaten: 16% geben an, nun mehr Tiefkühlgerichte zu kaufen, da diese länger haltbar sind.

Jetzt ist die Situation auf der Welt wieder grundsätzlich anders – Stichwort Ukraine. „Das Credo ‚Iss was Gscheit’s' ist bei iglo nicht nur mit Geschmack und einem Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung verknüpft, sondern auch mit der Qualität der Zutaten”, stellt Fahrnberger-Schweizer klar. „So bezieht iglo traditionell die Rohstoffe dort, wo es die besten Bedingungen dafür gibt. Ein Großteil des Gemüses sowie die Erdäpfel kommen traditionell aus dem Marchfeld und sind AMA-zertifiziert.”
Die iglo Schmankerl kommen aus dem steirischen Ennstal, panierte Fische traditionell aus einem iglo-Werk in Bremerhaven: „Und sämtliche iglo-Meeresfische sind nach MSC-Standard, aus Aquakultur stammende Zuchtfische seit Anfang 2020 zu 100 Prozent nach ASC-Standard zertifiziert.” Aber: Wie alle Unternehmen derzeit ist auch iglo Österreich von der ­Inflation betroffen. Soweit man das abschätzen könne, sei diese Niveauverschiebung nicht nur ein kurzfristiger Effekt, sondern etwas, „was uns die nächsten Monate, unserer Einschätzung nach bis Ende des Jahres und darüber hinaus, stark weiter beschäftigen wird. Unser Fokus bleibt dabei unverändert auf höchsten Qualitätsansprüchen und bestmöglicher Warenverfügbarkeit für unsere Kunden und Konsumenten.” Man müsse hier aber realistisch bleiben, was konkret heißt, dass weder iglo noch der Handel die weiter steigenden Preise einfach so ausgleichen werden können: „Aus unserer Sicht sind Preisanpassungen daher unausweichlich.”

Nachhaltigkeitsgedanke

Die Krise, etwa auf dem Energiesektor, zeigt, dass Nachhaltigkeit immer wichtiger wird. Grundsätzlich, so der Geschäftsführer, wirke sich bereits die Nähe von Feld und Produktion positiv aus: Kurze Wege und schnelle Verarbeitung sind effizient, schonen die Ressourcen und wirken sich positiv auf Frische und Vitamingehalt des Gemüses aus.

„iglo arbeitet seit mehr als 50 Jahren mit den Marchfeld-Bauern zusammen. Wir sind immer schon bestrebt, Zutaten dort zu beziehen bzw. Produkte dort herzustellen, wo es die besten regionalen Bedingungen gibt”, meint er. Die Zusammenarbeit sei sehr eng, auch was die Entwicklung von Standards beim Anbau, die Qualität oder auch den Anbau neuer Sorten – etwa die Sojabohne – angehe, der, bedingt durch wärmere klimatische Bedingungen, über die letzten Jahre möglich geworden sei.

Konkrete Maßnahmen

Welche Maßnahmen werden also ergriffen? Etwa bei der Verpackung – hier sind in Österreich bereits 92% recyclingfähig. Das Gruppenziel ist 100% recyclingfähige Verpackungen bis Ende 2022. Und da kommen die Produkte schnell rein: Das Gemüse wird zur richtigen Zeit geerntet, und die Transportwege werden kurz gehalten. So werden iglo-Erbsen etwa binnen 90 min blitzgefroren, damit ihre Vitamine und Mineralstoffe bestmöglich erhalten bleiben.

Das ist ein Beispiel für das Engagement für nachhaltige landwirtschaftliche Methoden. Um dies zu messen, bewerte iglo die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte der guten Gemüseanbau-Praxis im Marchfeld. Dabei kommt ein unabhängiger internationaler Bewertungsstandard namens Farm Sustainability Assessment (FSA) zum Einsatz. „Dieser Standard zeichnet sich durch seine Vergleichbarkeit aus, denn es werden alle Säulen der Nachhaltigkeit, also ökonomische, ökologische und soziale Aspekte, berücksichtigt”, führt der iglo-Geschäftsführer aus. Der schnelle Weg in die Verpackung ist ein Beispiel für einen der zehn Standards; ein weiteres ist etwa das Bepflanzen der Böden außerhalb der Anbauzeiten mit Zwischenfrüchten wie Senf oder Phacelia.

Bäuerliches Miteinander

Doch damit nicht genug, wie Markus Fahrnberger-Schweizer abschließend festhält: „Im March­feld sind wir gemeinsam mit den Bauern bestrebt, uns auch laufend weiter zu verbessern, was nachhaltige Landwirtschaft betrifft. So wird z.B. ‚Precision Farming' eingesetzt, wodurch Betriebsmittel und Umwelt geschont werden. Dabei werden Flächen zielgerichtet nach ihrer Beschaffenheit bewirtschaftet. Möglich ist das durch digitale Verfahrenstechniken, denn auch die Landwirtschaft wird immer digitaler.”

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