Erlebnisort Handel
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Der stationäre Handel bleibt 2026 weiter gefordert: Die Aufenthaltsqualität und der Nutzungsmix sind Erfolgsfaktoren.
RETAIL Redaktion 30.01.2026

Erlebnisort Handel

Vom Verkaufsraum zum Erlebniseinkauf: Wie sich 2026 der Einzelhandel neu aufstellen muss, berichtet EHL Immobilien.

WIEN. Der österreichische Einzelhandel ist mit vorsichtigem Optimismus ins Jahr 2026 gestartet. Ein Weihnachtsgeschäft leicht über dem Vorjahresniveau sorgte zum Jahresende 2025 für stabile Umsätze, insgesamt bleibt die Dynamik jedoch moderat. Laut Handelsverband lag der Jahresumsatz 2025 bei 79,8 Mrd. €, was einem nominellen Plus von 3,2% und inflationsbereinigt einem Zuwachs von 0,6% entspricht. Der Markt befindet sich damit weniger in einer Wachstumsphase als in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel.

Flexibilität gefragt
Der stationäre Handel verliert dabei nicht zwingend an Relevanz, positioniert sich jedoch neu. Qualität, Flexibilität und Erlebnisorientierung gewinnen an Bedeutung, während sich die Konsumausgaben zunehmend in Richtung Gastronomie, Dienstleistungen, Freizeit und Erlebnisse verlagern. Besonders der klassische Non-Food-Handel, etwa Mode und Schuhe, steht unter Druck. Aufenthaltsqualität, Nutzungsmix und ergänzende Angebote werden zu zentralen Erfolgsfaktoren.
Zusätzliche Impulse kommen vom Tourismus. Vor allem der Städtetourismus sorgt für Frequenzen und Umsätze, wobei Wien von internationaler Nachfrage profitiert die insbesondere das Premium- und Luxussegment stärkt.
Auch andere touristisch geprägte Städte (z.B. Salzburg) zeigen stabile Entwicklungen. „Der Einzelhandel befindet sich mitten in einem Strukturwandel, entwickelt sich jedoch klar in Richtung Qualität, Erlebnis und Nutzungsmix weiter“, sagt Michael Ehlmaier, geschäftsführender Gesellschafter der EHL Immobilien Gruppe.

Vormarsch der Diskonter
Parallel dazu verändert sich die Mieterstruktur. Diskonter und Luxusmarken expandieren, während Anbieter im mittleren Segment unter Druck geraten. Flexible Flächenkonzepte, neue Nutzungen und anpassungsfähige Mietverträge gewinnen an Bedeutung. Leerstände werden oft durch Gastronomie, Dienstleistungen, Gesundheits- oder Freizeitangebote ersetzt. (red)

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