RETAIL
„Koche eine Kartoffel!” © Piotr Cichosz/unsplash

Smart Alexa soll künftig noch mehr Persönlichkeit bekommen und stärker mit eigenen Ansichten versehen sein. Künftig will man das smarte Zuhause dominieren.

© Piotr Cichosz/unsplash

Smart Alexa soll künftig noch mehr Persönlichkeit bekommen und stärker mit eigenen Ansichten versehen sein. Künftig will man das smarte Zuhause dominieren.

Redaktion 28.09.2018

„Koche eine Kartoffel!”

Geht es nach Amazon, sollen in unseren Wohnungen künftig Dutzende Alexa-Geräte miteinander vernetzt sein und Befehle entgegennehmen.

SEATTLE. Amazon denkt groß und möchte seine Version eines Zuhauses verwirklichen, in dem Dutzende Alexa-Geräte miteinander vernetzt sind. Der sprechende Echo-Lautsprecher mit der Assistentin Alexa war also nur der Anfang.

Nun setzt man mit neuen Geräten und Diensten für seine Assistenzsoftware Alexa zur Dominanz im vernetzten Zuhause an. Amazon bietet Herstellern von Hausgeräten künftig günstige Einbau-Module an, mit welchen diese Alexa in ihre Technik integrieren können.
Bei Amazon gekaufte Smart­Home-Technik anderer Hersteller soll ohne umständliche Einrichtung sofort funktionieren. Außerdem will Amazon Alexa verstärkt in Autos und Fernseher bringen.

Viel zerschlagenes Glas

Die Vision zeigt vor allem, wie verschiedenste Geräte mit Alexa an Bord für neue Funktionen verknüpft werden können. So wird es in den USA unter anderem die Alarmanlage „Guard” geben, die zum Beispiel dann anspringt, wenn sie hört, dass ein Fenster eingeschlagen wurde oder ein Rauchmelder anging. Dafür kann sie auf die Mikrofone von Echo-Lautsprechern in verschiedenen Räumen zurückgreifen. „Wir haben viel Glas zerschlagen, damit die Software das entsprechende Geräusch erkennt”, sagte Alexa-Forschungschef Rohit Prasad.

Alexa soll sich auch Gedanken über die Sicherheit des Haushalts machen. Sagt man ihr zum Beispiel „Gute Nacht”, könnte sie von sich darauf hinweisen, dass etwa das Licht auf der Terrasse noch brennt oder die Hintertür nicht abgeschlossen ist. Die Software lerne dafür aus dem typischen Verhalten in einem Haushalt, eher über mehrere Wochen als Tage, sagte Amazons Smarthome-Chef Daniel Rausch. Mit der Zeit könnte die Software bei Auffälligkeiten auch von allein Hinweise geben – oder ihre Lernfähigkeit auf andere Bereiche wie zum Beispiel die Musikauswahl richten.
Als neue eigene Hardware stellte Amazon am Donnerstag in Seattle unter anderem eine aufgefrischte Version mehrerer Echo-Modelle vor sowie ein neues Gerät mit dem Namen Echo Input, das Lautsprecher anderer Anbieter mit Alexa verknüpfen soll. Ein weiteres neues Produkt ist ein Subwoofer von Amazon, der den für ihren Klang oft kritisierten Echo-Lautsprechern einen satteren Bass verpassen soll. Für andere Lautsprecher-Hersteller richtete Amazon zudem neue Schnittstellen ein, mit deren Hilfe sie ihre Geräte in verschiedenen Räumen zusammenschalten können.
Die Einbaumodule für Hausgeräte-Hersteller sollen lediglich einen einstelligen Dollar-Betrag ohne weitere Folgeausgaben kosten, sagte Rausch. Die Hardware sei auch für eine bei Haustechnik übliche lange Nutzungsdauer ausgelegt, die Software kann über Funk aktualisiert werden. Hersteller könnten mit Amazons Schnittstellen ohne großen Aufwand gängige Funktionen wie Ein- und Ausschalter, Regler sowie Programmauswahl mit Alexa verbinden.

Sprechende Mikrowellen

Neben einer vernetzten Steckdose gibt es direkt von Amazon zunächst in den USA eine sprechende Mikrowelle und eine vernetzte Wanduhr, die mehrere Timer anzeigen kann. Die Mikrowelle kann nicht nur Sprachbefehle zur Zubereitung von Produkten entgegennehmen (etwa: „Alexa, koche eine Kartoffel”), sondern auch Popcorn bei Amazon nachbestellen. Die Mikrowelle sei ein Referenzgerät, das Herstellern die Möglichkeiten demonstrieren soll.

Neben einer kleinen Alexa-Box fürs Auto bringt Amazon in den USA auch einen vernetzten Festplatten-Recorder heraus, der direkt Fernsehprogramme aufzeichnen und in verschiedenen Räumen verfügbar machen kann. Mit dem Gerät können gleichzeitig bis zu vier Sender empfangen und zwei Bildschirmgeräte angesteuert werden. Die Box empfängt terrestrisch ausgestrahlte Programme mit einer Antenne, nicht über die in den USA oft üblichen Kabelkanäle. In den USA wird im Gegensatz zu Deutschland noch das analoge TV-Signal übermittelt, für Europa könnte Amazon das Gerät auf DVB-T hochrüsten.
Zugleich entwickelt Amazon Alexa weiter. Sie solle mehr Persönlichkeit bekommen und werde künftig unter anderem stärker mit eigenen Ansichten versehen. (APA/gs)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL