WIEN. Die Stimmung im österreichischen Einzelhandel hellt sich zum Jahresbeginn spürbar auf. Laut aktuellem Wifo-Konjunkturreport im Auftrag des Handelsverbandes sind die Erwartungen so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr. „Die sinkende Inflation, steigende verfügbare Einkommen und eine rückläufige Sparquote verleihen dem privaten Konsum neuen Schwung“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.
79,5 Mrd. Euro Handelsumsatz
Erstmals liegen finale Umsatzzahlen für 2025 vor: Der Einzelhandel ohne Kfz und Tankstellen erzielte 79,5 Mrd. € Nettoumsatz, nominell ein Plus von 2,9% gegenüber 2024 (real: +0,7%). Wifo-Experte Jürgen Bierbaumer, Autor des Reports, verweist auf eine Stabilisierung zum Jahresende. Nach einem Rückgang im November von nominell –0,3% und real –2,3% stiegen die Umsätze im Dezember kalenderbereinigt nominell um 1,9%. Real lagen sie mit –0,2% nahezu auf Vorjahresniveau. Der LEH gewann an Dynamik, der Nicht-Nahrungsmittelbereich blieb verhalten.
Die Inflation sank laut Schnellschätzung im Jänner 2026 auf zwei Prozent. Nach einem Minus von –0,9% bei den real verfügbaren Einkommen 2025 wird heuer ein leichtes Plus von 0,1% erwartet. Zugleich dürfte die Sparquote erstmals seit 2023 unter zehn Prozent fallen. Das Wifo beobachtete bereits in den ersten drei Jänner-Wochen eine „merkliche Belebung“ der Konsumausgaben.
Optimismus angesagt
Der Wifo-Konjunkturklimaindex im Einzelhandel verbesserte sich von –7,3 Punkten im November auf –2,7 Punkte im Jänner. Optimistischere Geschäftserwartungen, höhere Bestellungen und eine bessere Einschätzung der Beschäftigung prägen heute das Bild. 8.404 Stellen waren im Jänner im Einzelhandel offen; ein Jahr zuvor waren es noch 9.300. „Wenn der Trend anhält, kann 2026 ein Jahr der schrittweisen Erholung werden“, erklärt Will. Und Bierbaumer untermauert mit einer Prognose: „Für 2026 erwarten wir ein Wachstum von 1,2 Prozent.“ (red)
Safety First
Mit dem Cyber Resilience Act (CRA) setzt die Europäische Union neue, verbindliche Standards für die Cybersicherheit digitaler Produkte. Die EU-Verordnung verpflichtet Hersteller, Importeure
