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Marketagent auf der Fährte der Plagiate © Marketagent.com
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christian novacek 08.06.2018

Marketagent auf der Fährte der Plagiate

Wann, warum und wo kaufen Österreicher gefälschte Marken? Thomas Schwabl von Marketagent.com hat die Antworten.

••• Von Christian Novacek

Es gibt bedenkliche Souvenirs: An der einen oder anderen Brücke in Venedig kann man durchaus versucht sein, ein Täschchen, auf dem Gucci steht, zu erwerben. Tief in der Tasche vergraben findet sich vielleicht ein Etikett „Made in China” und man rätselt mithin: Produzieren die in Billiglohnländern oder nicht doch braverweise (wieder) in Italien? Jedenfalls: Bedenkliche Souvenirs können erdenkliche Reize entfalten.

Produkte, die auf den ersten Blick wie Gucci, Ray Ban, Rolex & Co aussehen, haben oft nur wenig mit dem Original zu tun. Wie die Österreicher dazu stehen und ob sie selbst schon mal gefälschte Markenwaren gekauft haben – das hat das digitale Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com unter die Lupe genommen. Wichtigste Aussage dabei : Mehr als die Hälfte hat sich schon einmal zu einem Kauf von Produkten mit zweifelhafter Herkunft hinreißen lassen. Beliebteste Tatzeit für die zweifelhafte Entscheidung: der Urlaub.

Original oder Fälschung?

Wenn die Touristen durch die Gassen wuseln und sich an den Stränden Sonnenschirm an Sonnenschirm reiht, dann sind ebenso die Produktpiraten in Griffweite. Herr und Frau Österreicher leisten einen fleißigen Beitrag zum florierenden Geschäft mit gefälschter Ware – auch wenn sie sich beim Kauf nicht unbedingt im Klaren darüber sind, dass die Louis Vuitton-Handtasche in ihrem Wesenskern bloß eine Kopie ihres Originals ist.

Beliebteste Fake-Produkte

Besonders beliebt ist Bekleidung (55,3%), aber auch Handtaschen (32,2%), Sonnenbrillen (29,6%), Uhren (26,3%) oder Schuhe (25,7%) sind begehrte Produkte unter den Plagiaten. Anlaufstelle Nummer 1 sind dabei Urlaubsorte im Ausland – wo die Verkaufsstände mit Nachbildungen bekannter Luxusmarken in vielen Urlaubsländern die Straßen evident ungeniert säumen. Die Versuchung, ein Schnäppchen, ist dabei für sieben von zehn Österreichern unwiderstehlich: Sie geben an, bereits einmal nachgemachte Produkte fernab der Heimat gekauft zu haben. Enttäuscht wurden sie dabei übrigens nicht, denn satte 63,8% der Befragten geben an, mit den gekauften Plagiaten zufrieden zu sein.

Wenn günstige Preise locken

„Für viele zählt in erster Linie der Schnäppchenpreis, andere wiederum kaufen ein Produkt, weil es ihnen schlichtweg gefällt, ganz unabhängig davon, ob es sich um das Original oder eine Kopie handelt”, erklärt Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com, die Kauf-Motive. Bei drei von zehn wandern abgekupferte Designer-Artikel in den Koffer, um ein nettes Andenken aus dem Urlaub mit nach Hause zu nehmen.

Andere sind vom Versprechen der Original-Marke offenbar wenig überzeugt: Sie greifen zum Fake, weil sie meinen, die gleiche Qualität zum besseren Preis zu ergattern. Das gilt vor allem für Männer und die Generation 40 plus. Ein etwas kleinerer Teil der Österreicher gibt hingegen zu, sich einen bestimmten Luxusartikel einfach nicht leisten zu können.
„Auf die vermeintlichen Markenprodukte angesprochen, würde sich die Mehrheit schließlich auch dazu bekennen, dass es sich bei der kürzlich erstandenen Handtasche oder der neuen Uhr lediglich um ein Imitat handelt. Dabei zeigen sich Frauen im Umgang mit Fälschungen offener als Männer”, führt Schwabl aus. Alles in allem spalten sich aber beim Thema gefälschte Markenware die Gemüter. Zwar gibt ein Viertel an, in Zukunft wieder Plagiate zu kaufen, wenn sich die Möglichkeit bietet. Ganz allgemein auf das Geschäft mit der Produktpiraterie angesprochen, können ihm die meisten allerdings nur wenig abgewinnen. Für viele spielt dabei die minderwertige Qualität der Billig-Imitate eine Rolle.

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