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Privatbrauereien gegen Einheitsbier © APA/Hans Punz

(hi., v.l.) Trojan, Rieberer, Stöhr, Huber, Sigl, (vo., v.l.) Menz, Schwarz, Pöschko, Kiener, Möller.

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(hi., v.l.) Trojan, Rieberer, Stöhr, Huber, Sigl, (vo., v.l.) Menz, Schwarz, Pöschko, Kiener, Möller.

Redaktion 24.09.2021

Privatbrauereien gegen Einheitsbier

Wegen der „alarmierenden Dominanz” der Brau Union soll ein neues Siegel auf Österreichs freie Biere hinweisen.

WIEN / SALZBURG / LINZ. Die größten unabhängigen Brauereien Österreichs machen gemeinsame Sache gegen den Marktführer Brau Union und damit gegen die Dominanz der Bierkonzerne. (Die Brau Union gehört zu Heineken.) Stiegl, Ottakringer & Co. werben ab sofort mit dem Siegel „Österreichische Privatbrauerei – 100% unabhängig”.

Statement der Unabhängigkeit

„Wir wollen uns von den internationalen Großkonzernen abgrenzen”, sagte Ottakringer-Chef Siegfried Menz am Dienstag anlässlich der Präsentation der gemeinsamen Initiative. An Bord des Vereins „Unabhängige Privatbrauereien” sind vorerst neben Stiegl und Ottakringer Murauer, Schremser, Zwettler, Freistädter, Hirter sowie Schloss Eggenberg, Trumer und die Mohrenbrauerei. Ihr Ziel ist der Schutz der heimischen Braukultur, nach dem Motto „Für immer konzernfrei”.

Etikett bis Kronenkorken

Das entsprechende Siegel soll auf alle Etiketten, Bierdosen und Kronenkorken der zehn Brauereien gedruckt werden und Konsumenten als Orientierungshilfe dienen.

Die Allianz der zehn Brauereien steht für rund 28% der Bierproduktion in Österreich. Und sie will wachsen. Insgesamt gibt es über 250 unabhängige Brauereien, beim Großteil handelt es sich um Kleinstbrauereien aus der Craft-Beer-Szene. Sie alle kommen infrage, Mitglied zu werden, um das neue Siegel zu verwenden, sofern sie in österreichischer Hand sind.
Die drei größten Bierkonzerne der Welt kontrollieren die Hälfte des Weltmarkts. „In Österreich ist die Konzentration noch viel ärger, einer dieser drei hat zwei Drittel des Marktanteils”, beschreibt Ewald Pöschko, Chef der Braucommune in Freistadt, der als Obmann des neuen Vereins fungiert, die Situation. Und: „Wenn es so weitergeht, kommen wir in eine Art Monopolsituation. Wir wollen kein Einheitsbier.”

Zehn Brauereien, ein Siegel

In 2020 sind in Österreich rund 8,5 Mio. hl Bier produziert worden. Die zehn hinter dem Siegel vereinten Privatbrauereien stehen für einen Ausstoß von rund 2,2 Mio. hl. Zum Vergleich: Die Brau Union produziert in ihren acht Brauereien in Österreich jährlich rund 5 Mio. hl, das sind eine Mrd. Krügerl. Durch die Preisschlacht in der Coronapandemie ist der Marktanteil der Brau Union mit 2.500 Mitarbeitern, 13 Biermarken und acht Brauereien von zuvor rund 50% weiter gestiegen.

Den Wettbewerb am Biermarkt soll die neue Allianz nicht behindern, auch unter ihren Teilnehmern nicht: „Es heißt nicht, dass wir uns am Markt umarmen und kuscheln. Vielfalt heißt Wettbewerb”, sagt Schremser-Chef Karl Trojan. (APA/red)

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