Shopping-Center: Wandel geht voran
© Dragan Dokmanovic
Viele Betreiber von Einkaufszentren reagieren mit neuen Konzepten und Mischnutzungen auf veränderte Marktbedingungen
RETAIL Redaktion 13.03.2026

Shopping-Center: Wandel geht voran

Zwischen Stabilität und Anpassung: Shopping-Center setzen stärker auf Strategie statt Fläche.

KÖLN/WIEN. Shopping-Center bleiben zentraler Einkaufs-, Versorgungs- und Aufenthaltsort – zugleich verschärft sich das Wettbewerbsumfeld. Viele Centermanager reagieren darauf mit strategischen Maßnahmen, um ihre Standorte langfristig zu stabilisieren. Laut der Studie „Centermanagement im Fokus 2026“, die das EHI Retail Institut in Köln gemeinsam mit dem German Council of Shopping Places erhoben hat, zeigt sich dabei ein gemischtes Bild.

Gegen den Leerstand
„Die verbesserte Stabilität der Branche ist das Ergebnis vielfältiger und gezielter Maßnahmen. Dabei dienen Mietanpassungen als operatives Instrument zur Reduzierung von Leerständen, sie ersetzen jedoch nicht dauerhaft konzeptionelle Anpassungen“, erklärt die Autorin der Studie Lena Knopf, Leiterin des Forschungsbereichs Handelsimmobilien & Expansion beim EHI.

Beim Mietvolumen zeigt sich gegenüber der Erhebung von vor zwei Jahren eine stabilere Entwicklung. Insgesamt berichten 34% der befragten Center von steigenden Mieteinnahmen, während sie in 33% stabil geblieben sind und sich in 34% negativ entwickelt haben. Zwei Jahre zuvor war das Bild aber anders: 2024 verzeichneten nur 17% der Center steigende Mieteinnahmen, während sie für 58% gesunken waren.

Zuwächse resultieren häufig aus Indexanpassungen bestehender Mietverträge oder aus der erfolgreichen Nachvermietung zuvor leerstehender Flächen. Rückgänge sind meist auf Nachvermietungen mit geringerer Miete oder auf Mietnachlässe bei bestehenden Verträgen zurückzuführen.

Auch beim Serviceangebot zeigen sich Verschiebungen. Klassische Angebote wie Infopoints sind nur noch in 30% der untersuchten Center vorhanden, ein Rückgang um 21%. Ebenfalls seltener geworden sind Desinfektionsspender (–20%), Center-Apps oder digitale Kundenkarten (–15%), kostenloses WLAN (–14%) sowie Centergutscheine (–12%). Gleichzeitig gewinnen andere Angebote an Bedeutung: Paketstationen sind häufiger vertreten (+12%), ebenso E-Ladesäulen (+10%).
Parallel dazu rücken auch Mischnutzungen stärker in den Fokus: Rund jedes fünfte Center (20%) plant, die Retail-Fläche zu reduzieren und stattdessen andere Nutzungen auszubauen. 71% der Center sehen derzeit keine entsprechende Anpassung vor. Zu den häufigsten retailfremden Nutzungen zählen Büroflächen (56%). (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL