Steinegger fordert nach Mercosur-Abstimmung verschärften Schutz für heimische Landwirtschaft
© LK Stmk-Danner
Andreas Steinegger
RETAIL Redaktion 12.01.2026

Steinegger fordert nach Mercosur-Abstimmung verschärften Schutz für heimische Landwirtschaft

WIEN. Die aktuelle Mercosur-Abstimmung sorgt in der heimischen Landwirtschaft für deutliche Kritik. Andreas Steinegger, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, bezeichnet die Entscheidung als schweren Rückschlag für die Bauern und kündigt an, den Einsatz für faire Wettbewerbsbedingungen zu verschärfen. Die bisherigen Zugeständnisse der EU-Kommission seien aus seiner Sicht unzureichend und müssten deutlich nachgebessert werden.

Steinegger legt dazu ein Fünf-Punkte-Programm vor, das sowohl die landwirtschaftlichen Betriebe als auch die Konsumenten schützen soll. Ziel sei es, Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden und die Versorgung mit sicheren Lebensmitteln langfristig abzusichern. „Umso entschlossener setzen wir den Kampf für faire Wettbewerbsbedingungen für unsere Bäuerinnen und Bauern fort“, betont Steinegger.

Ein zentraler Punkt ist eine eigenständige und ausreichend finanzierte EU-Agrarpolitik. Angesichts des wirtschaftlichen Drucks auf die Betriebe warnt Steinegger vor Kürzungen im Agrarbudget und fordert ab 2028 eine Aufstockung sowie eine Inflationsanpassung der Mittel. Diese Investitionen kämen letztlich der gesamten Bevölkerung zugute, da sie die Versorgung mit sicheren Lebensmitteln sichern.

Ein weiterer Schwerpunkt ist eine verpflichtende, durchgängige Herkunftskennzeichnung für alle Lebensmittel in der EU. Diese müsse auch für Gastronomie sowie für verarbeitete Produkte gelten, damit Konsumenten nachvollziehen können, woher ihre Lebensmittel stammen. Ergänzend fordert Steinegger ein konsequentes Vorgehen gegen Importe aus Drittstaaten mit niedrigeren Herstellungsstandards. Lebensmittel, die unter Bedingungen produziert wurden, die in der EU nicht erlaubt sind, dürften keinen Zugang zum europäischen Markt erhalten, begleitet von deutlich verschärften Kontrollen.

Darüber hinaus verlangt Steinegger krisenfeste Schutzklauseln, die bei Marktverwerfungen rasch greifen und Betriebe vor wirtschaftlichen Schäden bewahren. Als fünften Punkt nennt er leistbare und ausreichend verfügbare Düngemittel, etwa durch das Aussetzen der CO₂-Bepreisung, um faire Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen. Mit dem Maßnahmenpaket will Steinegger den Druck auf die EU-Kommission erhöhen, die Anliegen der Landwirtschaft stärker zu berücksichtigen und konkrete Schritte zum Schutz der heimischen Produktion zu setzen.

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