WIEN. In Folge des Irankriegs sind die Spritpreise im Frühling deutlich angestiegen: Diesel hat sich im März um 22%, im April sogar um 37% gegenüber dem Vorjahr verteuert – Benzin durchschnittlich um 12% bzw. 17%. Von diesen Preissteigerungen sind weite Teile der österreichischen Bevölkerung betroffen, da 73% der privaten Haushalte zumindest über einen Pkw verfügen – großteils mit Diesel- bzw. Benzinantrieb. Das wirkt sich laut einer aktuellen Studie des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) an der JKU Linz auch auf das Konsumverhalten der Österreicher aus: So gibt mehr als ein Fünftel der Befragten an, aufgrund der hohen Spritpreise häufiger online zu bestellen.
Spritpreisbremse hilft bedingt
Gemäß Studie reduzieren 39% der Autofahrer auf Grund der steigenden Spritpreise ihre Autofahrten. In verstärktem Maße trifft dies auf einkommensschwächere Haushalte zu: Während im unteren Einkommensquartil (Haushaltseinkommen unter 2.000 € pro Monat) 48% der Autolenker ihre Fahrten einschränken, sind es im oberen Einkommensquartil (Haushaltseinkommen über 5.000 €/Monat) nur – aber immer noch – 32%.
Die Spritpreisbremse wird differenziert und auch kritisch gesehen. Für 16% der Autofahrer ist diese eine klare Entlastung. Dem stimmen zwar prinzipiell weitere 37% zu, aber die Spritpreisbremse ist aus ihrer Sicht angesichts der hohen Preissteigerungen bei Benzin und Diesel zu gering ausgefallen. Hingegen ist für 31% die Reduktion im Alltag kaum merkbar und weitere 16% halten die Spritpreisbremse nicht für sinnvoll.
Mit weiteren (starken) Preissteigerungen bei Benzin bzw. Diesel rechnen drei Viertel (75%) der Autofahrer. 18% gehen für die nächsten drei Monate von hohen, aber nicht weiter ansteigenden Preisen aus. Lediglich sieben Prozent glauben, dass die Diesel-/Benzinpreise ausgehend von dem aktuell hohen Niveau in den kommenden Monaten wieder sinken werden.
Shopping von zuhause
„Treibstoffpreise werden von Konsumenten besonders intensiv wahrgenommen, weil sie durch Preistafeln an Tankstellen hoch sichtbar sind und zusätzlich stark öffentlich diskutiert werden“, erläutert IHaM-Vorstand Christoph Teller. „Bereits 21 Prozent der Autofahrer geben an, wegen der hohen Treibstoffkosten häufiger online einzukaufen. Hohe Mobilitätskosten wirken damit zunehmend als Wechsel- bzw. Mooring-Faktor zugunsten des Onlinehandels, weil z.B. Fahrten in periphere Einkaufs- und Fachmarktzentren zunehmend kritischer hinterfragt werden.“
Resignation bei Autofahrern
„Ausgelöst durch den Irankrieg steigen die Treibstoffpreise wieder deutlich an. Die Dieselpreise übertreffen trotz Spritpreisbremse sogar die Preise in der Anfangsphase des Ukraine-Konflikts 2022“, hebt Studienautor Ernst Gittenberger hervor. Gleichzeitig macht er „eine gewisse Inflationsresignation aus“: Anders als 2022 würde der Großteil der Autofahrer die hohen Treibstoffpreise „zähneknirschend akzeptieren“ statt weniger Auto zu fahren, „weil sie zunehmend keine realistischen Ausweichmöglichkeiten mehr sehen“. (red)
Mit der Kraft der Physik
Angesichts der anhaltenden Zuspitzung in der Straße von Hormuz und explodierender Energiepreise forderte Norbert Hofer, Vice President der Grazer Emerald Horizon AG, einen radikalen