TV bleibt bedeutend
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MARKETING & MEDIA Redaktion 26.06.2026

TV bleibt bedeutend

Reuters Digital News Report: Als Nachrichtenquelle sind TV und Printmedien-Content bei Jungen weiterhin relevant.

Trotz der anhaltenden Verschiebung der Nachrichtennutzung in Richtung sozialer Medien spielen klassische audiovisuelle Angebote für junge Österreicher weiterhin eine wichtige Rolle. Das zeigt der aktuelle Digital News Report Austria 2026. Besonders stark schneidet dabei der ORF ab: Mit Ö3, ORF 1 und ORF 2 stammen die drei meistgenutzten Offline-Nachrichtenmarken der 18- bis 24-Jährigen aus dem öffentlich-rechtlichen Angebot. Auch online liegt ORF.at klar an der Spitze.

Mit 27,1% ist Ö3 die meistgenutzte Offline-Nachrichtenmarke der jungen Zielgruppe. Dahinter folgen ORF 1 mit 14,9% und ORF 2 mit 14,5%. Erst danach reihen sich Heute (14,1%), die Kronen Zeitung (12,5%) und Der Standard (11,5%) ein. Die Zahlen zeigen damit, dass Radio und TV für junge Menschen nach wie vor wichtige Zugänge zu Nachrichten bleiben.  Gleichzeitig schaffen es mit BBC News (11,1%) und CNN (9,5%) auch internationale Anbieter in die Top Ten.

Medienkonsum, aber wo?
Und wie sieht es mit dem Medienkonsum der Jungen an sich aus? Hier bestätigt die Studie die seit Jahren beobachtete Entwicklung hin zu digitalen Plattformen. Soziale Medien sind mit 46,7% mittlerweile die wichtigste Nachrichtenquelle der 18- bis 24-Jährigen.

Damit liegen sie deutlich vor dem Fernsehen. Besonders stark genutzt werden Instagram, YouTube und TikTok. Nachrichten werden dabei zunehmend nicht mehr ausschließlich über Medienmarken, sondern auch über Plattformen, Creators und Influencer konsumiert.

Dennoch zeigt sich bei den konkreten Nachrichtenangeboten ein differenzierteres Bild. Denn die meistgenutzten Marken stammen weiterhin überwiegend aus dem klassischen Medienbereich.
Online führt ORF.at mit 25,5% das Ranking deutlich an. Dahinter folgen derstandard.at mit 18,4%, heute.at mit 13,7%, BBC News Online mit 13,1%, diepresse.com mit 12,6% sowie CNN.com mit 12,1%.
Auffällig ist dabei die starke Position österreichischer Qualitätsmedien. Neben ORF.at schaffen es Der Standard, Die Presse und Kurier unter die meistgenutzten Nachrichtenangebote der jungen Zielgruppe. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung internationaler Marken weiter zu. BBC und CNN sind sowohl online als auch offline unter den meistgenutzten Nachrichtenquellen vertreten und zeigen, dass junge Nutzer Nachrichten zunehmend über nationale Grenzen hinweg konsumieren.

Vielfältiger Mix bei Jungen
Die Ergebnisse legen nahe, dass sich die Nachrichtennutzung junger Menschen nicht einfach von klassischen Medien zu sozialen Plattformen verlagert hat. Vielmehr entsteht ein zunehmend vielfältiger Nachrichtenmix. Soziale Medien fungieren häufig als erster Kontaktpunkt mit Nachrichten, während etablierte Medienmarken weiterhin eine wichtige Rolle für Information und Orientierung spielen.

Medienmarken wachsen sogar
Dafür sprechen auch die Entwicklungen im Jahresvergleich. Zahlreiche etablierte Medienmarken konnten ihre Reichweiten zuletzt sogar ausbauen. Im Offline-Bereich legte etwa Heute von 10,9 auf 15,2% zu, ORF 1 von 26,2 auf 29,3% und die Kronen Zeitung von 25,0 auf 27,5%. Online gehört krone.at mit einem Anstieg von 18,4 auf 24,5% zu den größten Gewinnern. ORF.at konnte seine Spitzenposition ebenfalls weiter ausbauen und steigerte sich von 28,8 auf 31,2%.

Funktion etablierter Medien
Die Studie zeichnet damit ein differenziertes Bild der jungen Nachrichtenkonsumenten. Soziale Medien gewinnen zwar weiter an Bedeutung und sind inzwischen die wichtigste Nachrichtenquelle der 18- bis 24-Jährigen. Gleichzeitig bleiben TV-, Radio- und Nachrichtenangebote etablierter Medienhäuser ein zentraler Bestandteil des täglichen Informationskonsums. Besonders der ORF behauptet dabei seine starke Position und bleibt über alle Kanäle hinweg die wichtigste Nachrichten­marke der jungen Generation.

Der internationale Vergleich
Im internationalen Vergleich weist der österreichische Markt einige markante nationale Ausreißer auf. Während weltweit in vielen Ländern ein kontinuierlicher Verfall des Vertrauens in journalistische Inhalte beklagt wird, zeigt sich der heimische Markt verhältnismäßig resilient.

Das Vertrauen liegt hierzulande messbar über dem weltweiten Durchschnitt, was vor allem an der tiefen Verwurzelung traditioneller Marken wie dem ORF mit seinen Angeboten im Fernsehen, Radio und Online-Bereich, den großen Qualitätszeitungen wie dem Standard, der Presse, den Salzburger Nachrichten und der Wiener Zeitung liegt.

Und auch starke Regional- und Abomedien wie der Kleinen Zeitung, der Kurier, die Oberösterreichischen Nachrichten, die Tiroler Tageszeitung und die Vorarlberger Nachrichten liegen beim der Vertrauensfrage höher als vergleichbare Medien in anderen Ländern.

Funktion des Boulevard
Sie fungieren als Vertrauensanker, während Boulevard- und Gratiszeitungen wie die Kronen Zeitung, Heute oder Österreich beziehungsweise Oe24 sowie Privatsender wie ServusTV, Puls 4, Puls 24 und ATV das breite Spektrum der untersuchten Medienlandschaft ergänzen.  Ein weiterer Ausreißer zeigt sich bei der künstlichen Intelligenz: KI-Chatbots werden für funktionale Assistenzaufgaben intensiv genutzt, aber als primäre oder alleinige Nachrichtenquelle spielen sie in Österreich mit einem Anteil von unter einem Prozent eine marginale Rolle.

Einen Ausreißer im negativen Sinne gibt es aber auch. Ein Minus verzeichnet die Zahlungsbereitschaft für Onlinenews. Rund 16,1% der Befragten (global: 14,7%) gaben an, im Vorjahr für Onlinenachrichten gezahlt zu haben – ein Rückgang von fast sechs Prozentpunkten. Allerdings liegt der Wert nach wie vor über jenem aus 2024, als der Digital News Report für Österreich 13,7% auswies.

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