WIEN. Wiesbauer blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2025 zurück. Trotz anhaltend schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erzielte die Wiesbauer Holding im abgelaufenen Jahr einen Gruppenumsatz von 272 Mio. Euro und konnte sich damit insgesamt stabil entwickeln.
Den größten Umsatzanteil trägt weiterhin der Wiener Stammbetrieb, die Wiesbauer Österreichische Wurstspezialitäten GmbH. Mit einem Umsatz von 120 Mio. Euro (2024: 118 Mio. Euro) und einem Absatz von 12.500 Tonnen lag das Unternehmen leicht über dem Vorjahresniveau. Eine vergleichbare Entwicklung zeigte sich auch in Deutschland, der Exportanteil der Gruppe liegt mittlerweile bei über 53 Prozent.
Positive Impulse kamen zudem aus den Tochterunternehmen. Der Salzburger Betrieb Senninger steigerte seinen Umsatz auf 17 Mio. Euro, Wiesbauer Dunahús in Ungarn erreichte 23 Mio. Euro. Besonders deutlich fiel das Wachstum bei Wiesbauer Gourmet aus: Der Umsatz erhöhte sich von 81 Mio. auf 112 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist auf die Übernahmen des niederösterreichischen Unternehmens Kabinger im Jahr 2024 sowie des Wiener Traditionsbetriebes Trünkel im Jahr 2025 zurückzuführen. Beide Gesellschaften wurden erfolgreich in die Wiesbauer Holding integriert und tragen mit 13 Mio. beziehungsweise 10 Mio. Euro zum Ergebnis von Wiesbauer Gourmet bei. Durch die Zukäufe wurde das Portfolio des Gastro-Fleischspezialisten mit Sitz in Sitzenberg-Reidling weiter ausgebaut.
„Mit der Entwicklung muss man sich angesichts der aktuellen Wirtschaftssituation zufrieden geben. Ich bin sehr stolz, dass wir trotz der vorherrschenden Rahmenbedingungen und der anhaltend hohen Kosten die Unternehmensgruppe positiv weiterentwickeln konnten“, erklärt Thomas Schmiedbauer, Geschäftsführer der Wiesbauer Österreichische Wurstspezialitäten GmbH und Vorstandsvorsitzender der Wiesbauer Holding AG.
Für 2026 rechnet Schmiedbauer nicht mit einer spürbaren Entspannung der Marktlage. „Auch 2026 wird voraussichtlich ein sehr schwieriges Jahr für unsere Branche.“ Gleichzeitig zeigt sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch: „Wir schauen – noch – mit positiver Stimmung in die Zukunft und bleiben weiterhin zuversichtlich und innovationsfreudig.“
Um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu sichern, plant Wiesbauer am Standort Wien Investitionen in moderne Automatisierungslösungen. Der Einsatz von KI und Robotik soll Produktions- und Absatzmengen steigern, ohne die Mitarbeiteranzahl zu erhöhen. Insgesamt beschäftigt die Unternehmensgruppe derzeit 935 Mitarbeiter, davon rund 500 in Wien. Ergänzend wird der Ausbau der Photovoltaik-Anlage vorangetrieben, um die Energieeffizienz weiter zu verbessern. Das Investitionsvolumen für 2026 beläuft sich auf rund 7 Mio. Euro.
Auch im kommenden Jahr sind Produktneuheiten vorgesehen, der Schwerpunkt liegt jedoch auf der weiteren Etablierung der im Vorjahr eingeführten Innovationen im Handel. „Neue Ideen haben wir genug. Aber wir müssen einen Schritt nach dem anderen setzen“, so Schmiedbauer. Abschließend hält er fest: „Wenn Produkte und Geschmack passen, brauchen wir uns um den Umsatz keine Sorgen zu machen.“ (red)
