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Big Data krempelt den Tourismus um © BMWFW/Steiger

Petra Stolba, ÖW-Geschäftsführerin, Tourismusminister Harald Mahrer und Petra Nocker-Schwarzenbacher, WKO-Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.

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Petra Stolba, ÖW-Geschäftsführerin, Tourismusminister Harald Mahrer und Petra Nocker-Schwarzenbacher, WKO-Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.

Redaktion 26.09.2017

Big Data krempelt den Tourismus um

Breit angelegte Digitalisierungsstrategie von Wirtschaftsministerium, Wirtschaftskammer und Österreich Werbung soll die Branche zukunftsfit machen, das Marketing optimieren und die Wertschöpfung im Tourismus erhöhen.

WIEN. Bei einem Pressegespräch am heutigen Dienstag diskutierten Wirtschaftsminister Harald Mahrer, WK-Tourismusobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher und ÖW-Geschäftsführerin Petra Stolba datenbasierte Strategien für den Tourismusstandort Österreich. „Entscheidend ist, dass wir unseren Betrieben in einem hart umkämpften Markt die richtigen Rahmenbedingungen - gerade auch im Hinblick auf die Digitalisierung - bieten", so Wirtschafts- und Tourismusminister Harald Mahrer. Die Senkung der Mehrwertsteuer etwa sei "eine wichtige Maßnahme, die von der neuen Bundesregierung nach der Wahl möglichst rasch und in breitem Konsens umgesetzt werden muss“, sagte Mahrer; derzeit scheitere sie am Noch-Regierungspartner SPÖ.

„Open Innovation Process“ zum digitalen Wandel
Das Ministerium hat gemeinsam mit Wirtschaftskammer und Österreich Werbung in einem Open Innovation Process mit rund 100 Personen aus Tourismus, Technologiebranche, Kreativwirtschaft, Bund, Ländern, Interessenvertretungen und Wissenschaft eine Digitalisierungsstrategie für den Tourismus ausgearbeitet. „Der digitale Wandel wird die Geschäftsmodelle und Möglichkeiten im Tourismus grundlegend ändern, und unsere Betriebe müssen bei dieser Entwicklung vorn mit dabei sein. Daher wollen wir die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärken, den Einsatz neuer Technologien fördern und Bewusstsein in der Branche schaffen“, so Mahrer.

Konkrete Unterstützung für die Betriebe
„Damit die Betriebe aber auch profitieren und die enormen Chancen nutzen können, braucht es konkrete Unterstützungsmaßnahmen sowie einen Ausbau der digitalen Infrastruktur mit flächendeckendem Breitband", gab Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer, zu bedenken. Man werde die Unternehmen mit entsprechendem Service-, Ausbildungs- und Beratungsangebot "in die digitale Zukunft begleiten“.
Die Digitalisierungsstrategie soll ein Handlungsleitfaden sein, um den digitalen Transformationsprozess als Chance für eine Weiterentwicklung zu nutzen. In drei Strategiefeldern (digitalen Wandel gestalten, die Innovationskraft der Betriebe stärken, Kompetenzen und Prozesse für digitale Transformation schaffen) wurden insgesamt 22 Maßnahmen identifiziert, die jetzt operationalisiert und umgesetzt werden. 2018 bis 2020 werden zusätzliche Budgetmittel in Höhe von jährlich fünf Mio. € bereitgestellt und ein Förderschwerpunkt „Digitalisierung“ bei der ÖHT eingerichtet, um so zukünftig hochinnovative Leuchtturmprojekte finanziell zu unterstützen.

Fokus auf digitales Tourismusmarketing
Seitens der Österreich Werbung sollen diese zusätzlichen Mittel, zwei Mio. € pro Jahr ab 2018, zum einen für die Content-Produktion im digitalen Tourismusmarketing und für das Austesten neuer Kommunikationskanäle verwendet werden, zum anderen vor allem für die Datensammlung und -analyse. Die "drei Ks" betonte in diesem Zusammenhang Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung – "die Art der Kommunikation, die passenden Kanäle und die eigenen, digitalen, Kompetenzen: "Die Zukunft des Marketings liegt in der datengetriebenen Kommunikation: das Kundenverhalten dazu nutzen, um die richtige Botschaft der richtigen Person zum richtigen Zeitpunkt über den richtigen Kanal schicken. Und das in Echtzeit“, erläuterte Stolba. Dazu brauche es für sie neben einem „technological turn“ auch einen „cultural shift“. Sofern die richtigen Daten zur Verfügung stehen und intelligent genutzt werden, eröffneten sich nie zuvor dagewesene Möglichkeiten der Personalisierung. „Dazu braucht es aber eine breite Kooperation im Tourismusmarketing. Denn nur gemeinsam werden wir die relevanten Datenmengen schaffen, um zu lernen, besser zu werden und so das Geschäft von morgen zu sichern.“

Förderung für Qualifizierungsmaßnahmen
Zusätzlich sollen weitere zwei Mio. € für die (Re-)Qualifizierung von Fachkräften im Tourismus noch heuer zur Verfügung stehen; dies ist durch die Öffnung des Förderprogramms der FFG „Forschungskompetenz für die Wirtschaft“ möglich. Das bedeutet, Fachhochschulen erarbeiten mit Betrieben vor Ort Qualifizierungsmaßnahmen und führen diese auch durch. Ein weiterer wesentlicher Punkt besteht in der Weiterentwicklung von touristischen Lehrberufen; das Berufsbild wird nach Kompetenzbereichen aufgebaut, die zukünftige Entwicklungen bereits jetzt stärker abbilden sollen. Die Umsetzung erfolgt im nächsten Lehrberufspakt im Juni 2018. (red)

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