HEALTH ECONOMY
E-Medikation startet © APA/Barbara Gindl

Nach jahrelangen Diskussionen soll die E-Medikation nun doch starten – Vorarlberg macht im Februar den Auftakt.

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Nach jahrelangen Diskussionen soll die E-Medikation nun doch starten – Vorarlberg macht im Februar den Auftakt.

Ina Karin Schriebl 07.12.2017

E-Medikation startet

Grünes Licht für die E-Medikation in Vorarlberg: VGKK, ­Apothekerkammer sowie Ärztekammer haben sich geeinigt.

••• Von Ina Karin Schriebl

WIEN. Alexander Biach, Verbandsvorsitzender des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, war extra nach Vorarlberg gereist, um den Startschuss zu geben für die Umsetzung der E-Medikation. Vorarlberg übernimmt damit eine Vorreiterrolle. Denn ein Plan für den österreichweiten Rollout im kommenden Jahr ist zwar fixiert, es fehlt aber noch die entsprechende Verordnung des Gesundheitsministeriums.

„In Vorarlberg wird gemeinsam von den Partnern im Gesundheitswesen ein gewaltiger Entwicklungssprung unseres Gesundheitssystem in Richtung mehr Patientensicherheit gesetzt”, betonte Biach bei einem Pressegespräch in Dornbirn. Die gesamte Sozialversicherung arbeite seit Jahren intensiv an der Einführung der E-Medikation. Biach verwies darauf, dass in den vergangenen Jahren sowohl Pilotprojekte als auch Studien durchgeführt wurden, um ein wissenschaftlich abgesichertes, technisch funktionierendes und natürlich für alle Beteiligten praktikables System zu schaffen. „Unerwünschte Wechselwirkungen von Medikamenten sind ein nicht zu unterschätzendes Risiko für Patientinnen und Patienten”, erklärte Biach weiter. Rein statistisch gesehen, können drei Arzneimittel, gemeinsam eingenommen, bereits drei Wechselwirkungen auslösen. Fünf Arzneimittel hingegen lösen bereits zehn Wechselwirkungen aus.

Mehr Sicherheit

Mit der E-Medikation werden in der sogenannten E-Medikationsliste alle von Ärzten verordneten und in Apotheken abgegebenen Medikamente gespeichert. Und zwar nicht nur rezeptpflichtige Arzneimittel, sondern auch wechselwirkungsrelevante rezeptfreie Produkte. Ärzte können auf die E-Medikationsliste ihrer Patienten zugreifen und sehen sofort, was andere Ärzte bereits verordnet und welche Medikamente sich die Patienten in der Apotheke abgeholt haben. Apotheker können ebenfalls zugreifen und so eine bessere Beratung beim zusätzlichen Kauf von rezeptfreien Medikamenten anbieten. Eine Neuerung ist dabei, dass dafür in der Apotheke die E-Card gesteckt wird. Nur dann können rezeptfreie Medikamente in der E-Medikationsliste ­gespeichert werden.

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