HEALTH ECONOMY
Flexibilität fehlt © PantherMedia/yacobchuk1
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Redaktion 31.10.2019

Flexibilität fehlt

Eine neue Studie zu F&E-Aktivitäten im Gesundheitssektor zeigt, dass die Branche bei Innovationen agiler werden muss.

WIEN. Pharmahersteller, Medizintechnik-Spezialisten und Gesundheitsdienstleister eint ein Thema: der enorme Innovationsdruck, der aus wachsenden Qualitätsansprüchen, knappen Budgets, begrenzten Patentlaufzeiten und verändertem Patientenverhalten resultiert. Fast 80% der in einer Studie befragten Topmanager erklären, ihr Unternehmen müsse agiler werden; zugleich geben 70% an, sie seien noch nicht mit agilen Methoden und Werkzeugen vertraut. Die Unternehmensberatung Bain & Company hat dazu rund 300 Führungskräfte im Gesundheitssektor befragt.

Rasche Markteinführung

Nach Ansicht von 60% der befragten Topmanager wird es immer wichtiger, Innovationen so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen; entsprechend müsse sich ihr Unternehmen zügig an die sich verändernden Kundenbedürfnisse anpassen. „Wir stehen vor einer Zeitenwende im Gesundheitsmarkt”, stellt Franz-Robert Klingan, Partner in der Praxisgruppe Gesundheitswesen bei Bain & Company, fest. „Auch in dieser Branche gehört die Zukunft schnellen und kundennahen Innovationen.” Das größte Hindernis für den Erfolg agiler Methoden in Forschung und Entwicklung sei aber die fehlende Bereitschaft, die grundlegenden Prinzipien anzuwenden”, betont Klingan. „Solange Unternehmen nur über Agilität reden und an ihren bestehenden Prozessen festhalten, verändert sich nichts.” Die befragten Führungskräfte begründen das Scheitern von Innovationsprojekten in jüngster Zeit vor allem mit fehlender abteilungsübergreifender Zusammenarbeit, mangelnder Einbindung von Patienten, Kassen und Regulierungsbehörden sowie unzureichenden Ressourcen für die Skalierung von Projekten.

Kreative Lösungen gesucht

Auf der Suche nach Lösungen fand etwa ein Pharmahersteller im Dialog mit Patienten heraus, dass sie die komplexen Schritte zu Therapiebeginn tendenziell überforderten, erzählt Klingan. In nur vier Monaten hat das Unternehmen daraufhin neue Lösungen auf den Markt gebracht, um die Patienten besser durch die frühe Phase der Behandlung zu führen. Die Entwicklung des Prototyps war in zweieinhalb Wochen abgeschlossen – auf herkömmliche Weise hätte dies ein halbes Jahr gedauert.

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