Neues CD-Labor
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HEALTH ECONOMY Redaktion 10.04.2026

Neues CD-Labor

An der MedUni Graz wurde ein Christian-Doppler-Labor für Krebsforschung eröffnet. Pharmafirma ist Mitfinanzier.

•• Von Sabine Stehrer

GRAZ. Um die Krebsforschung und die Entwicklung neuer Therapien für Menschen, die an Krebs erkankt sind: Darum wird sich alles in dem neuen Christian Doppler-Labor drehen, das kürzlich am Campus der Medizinischen Universität Graz eröffnet wurde. Finanziert wird die Forschungseinrichtung vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMAW) gemeinsam mit dem global agierenden Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim, an dessen Firmensitz in Wien sich das größte Krebsforschungszentrum des Unternehmens befindet. Zwischen dem Zentrum in Wien und dem CD-Labor in Graz ist eine enge Zusammenarbeit in Sachen translationale Forschung geplant: Da das neue Labor an der MedUni Graz nahe des Universitätsklinikums Graz liegt, ist der Weg für den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zur Patientenanwendung und retour auch denkbar kurz. Überdies profitiert das Labor vom Zugang zu klinisch relevanten Proben aus der Biobank Graz, einer Serviceeinrichtung der MedUni Graz, die ebenfalls mit dem Uniklinikum Graz verbunden ist.

Geleitet wird das Forschungslabor von den beiden Onkologen an der Klinischen Abteilung für Onkologie der MedUni Graz Michael Dengler und Philipp Jost. Im Fokus der Forschungsarbeiten von ihnen und ihrem Team steht die häufigste Art von Lungenkrebs, der nicht-kleinzellige Lungenkrebs. Die Forscherinnen und Forscher suchen nach Möglichkeiten, mit dem immunogenen Zelltod einen Mechanismus auszulösen, der es dem Immunsystem erleichtert, Tumorzellen zu erkennen, anzugreifen und zu bekämpfen. „Gelingt das, könnten bestehende Krebstherapien deutlich wirksamer werden“, erklärt Dengler. Durch die bessere Wirksamkeit der innovativen Behandlung könnten sich auch die Lebensqualität und die Überlebenschancen der Erkrankten verbessern.

3,2 Millionen Euro
Das Labor, das mit seinen Kooperationspartnern das österreichische Life-Science-Ökosystem stärken wird, wird vom BMAW und Boehringer Ingelheim zu gleichen Teilen finanziert: mit insgesamt 3,2 Mio. € über sieben Jahre.

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