Personal-Engpass
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Nicht nur die Bevölkerung altert, sondern auch das Gesundheitspersonal. Weltweit droht ein Mangel an Fachkräften.
HEALTH ECONOMY Redaktion 28.09.2026

Personal-Engpass

Das Gesundheitspersonal altert, die WHO warnt vor einer Lücke. Das Thema betrifft auch Österreich.

•• Von Evelyn Holley-Spiess

GENF/WIEN. Die alternde Bevölkerung ist oft Thema, wenn es um künftige Herausforderungen im Gesundheitssystem geht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) richtet den Scheinwerfer in diesem Zusammenhang nun auf das Gesundheitspersonal. Ihr Befund: Ob Ärzte, Hebammen, Apotheker oder Pflegekräfte – die Beschäftigten im Gesundheitswesen altern weltweit rapide und es kommen nicht genügend junge Menschen nach. Konkret warnt die WHO in diesen Sparten vor einer Lücke von insgesamt 11,1 Mio. Beschäftigten bis 2030.

Versorgungsqualität leidet
Ein Viertel der Ärzteschaft sei weltweit über 55 Jahre alt, in Ländern mit hohen Einkommen sogar jeder Dritte, analysiert die WHO und geht davon aus, dass sich diese Menschen in den kommenden zehn Jahren zur Ruhe setzen. Die Folgen: Bei einem erwarteten steigenden Bedarf an ärztlicher Versorgung wegen der alternden Gesamtbevölkerung in vielen Ländern, sei mit längeren Wartezeiten auf Termine und einer Verzögerung bei Behandlungen zu rechnen, heißt es.

Themen, die allesamt auch in Österreich nicht unbekannt sind. Laut der jüngsten Ärztestatistik der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) hat sich die Alterszusammensetzung im Laufe der Zeit deutlich verändert. Ende des Vorjahres waren demnach 32,7% der Gesamtärzteschaft über 55 Jahre alt. Sie erreichen in den nächsten zehn Jahren das Regelpensionsalter oder werden es überschreiten. Besonders auffällig ist hier der niedergelassene Sektor, der seinen Altersgipfel bei 63 Jahren hat.

Bedarf an Nachbesetzungen
Laut ÖÄK werden insgesamt 18.346 Ärzte hierzulande in den nächsten zehn Jahren das Pensionsalter erreichen. Daraus ergebe sich ein Nachbesetzungsbedarf von 1.836 Ärzten pro Jahr, allein um eine Aufrechterhaltung des Status-quo der Kopfzahl zu gewährleisten, rechnet die Standesvertretung vor.
Kein Allheilmittel sieht die WHO in diesem Zusammenhang allerdings im Anwerben von Gesundheitspersonal aus anderen Ländern. Dies könne die Lage dort weiter verschärfen. Die Organisation pocht daher auf „ethische Lösungen“.

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