Riskante Arzneien
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Illegale Medikamente werden oft über „seriös wirkende Onlineportale“ bestellt. Wie sie zubereitet worden sind, ist unklar.
HEALTH ECONOMY Redaktion 24.04.2026

Riskante Arzneien

Der Zoll hat im Vorjahr 4.012 Sendungen mit illegalen und oft gefährlichen Medikamenten beschlagnahmt.

••• Von Evelyn Holley-Spiess

WIEN. Auch im vergangenen Jahr hat der österreichische Zoll Tausende Sendungen mit illegalen Medikamenten beschlagnahmt. Konkret wurden 4.012 Sendungen mit insgesamt 392.118 illegalen Medikamenten aufgegriffen, geht aus dem jüngsten Produktpiraterie-Bericht des Finanzministeriums hervor. Besonders besorgniserregend sei der Vertrieb von illegalen Medikamenten über „seriös wirkende Onlineportale“, heißt es weiter.

Internetauftritt täuscht
In ihrem Internetauftritt wirkten gefälschte und illegale Medikamente häufig täuschend echt, wodurch Konsumenten leicht in die Irre geführt werden. Es sei nicht erkenntlich, wie und mit welchen – möglicherweise gesundheitsgefährdenden – Inhaltsstoffen die vermeintlichen Arzneien zubereitet wurden. Die Bestellung im Internet ist für Verbraucher freilich vergleichsweise einfach. Die beschlagnahmten pharmazeutischen Waren werden hauptsächlich postalisch geliefert. Drahtzieher des Medikamentenhandels ist nach Angaben der Behörden die organisierte Kriminalität.

Grundsätzlich wird bei den beschlagnahmten Medikamenten zwischen illegal und gefälscht rechtlich unterschieden. Bei den illegalen Arzneiwaren handelt es sich laut Finanzministerium überwiegend um Medikamente, die entgegen dem Verbot des Arzneiwareneinfuhrgesetzes von Privatpersonen im Fernabsatz bestellt und anschließend eingeführt wurden, sowie um geschmuggelte Ware. Im Gegensatz zu den illegalen Medikamenten sei bei gefälschten Präparaten seit dem Jahr 2018 ein rückläufiger Trend zu beobachten. So wurde im Vorjahr lediglich ein explizit gefälschtes Arzneimittel aufgegriffen und ein entsprechendes Verfahren gemäß EU-Produktpiraterie-Verordnung eingeleitet.

Gesundheitsrisiko: Fälschung
Schwerwiegende gesundheitliche Risiken für Konsumenten sehen die Behörden aber auch noch bei anderen Gruppen gefälschter Waren – etwa Spielzeug, Kinderpflegeprodukte und Bekleidung. Neben gefährlichen Chemikalien und Giftstoffen seien etwa auch Konstruktionsfehler und minderwertige Materialien problematisch.

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