••• Von Evelyn Holley-Spiess
WIEN. Fix ist derzeit nur die Timeline: Bis zur Landeshauptleutekonferenz und einem Treffen der Reformpartnerschaft im Juni soll Klarheit darüber bestehen, wie die Gesundheitsversorgung neu aufgestellt werden könnte. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung verhandeln dazu aktuell – zuletzt sind mehrere Möglichkeiten einer Umstrukturierung durchgesickert.
Drei Szenarien für Versorgung
Die unterschiedlichen Szenarien reichen von Minimaländerungen bis hin zu massiven Einschnitten bei Praxen und Spitälern. Ein Modell würde demnach im Wesentlichen das bestehende Spitalssystem beibehalten, parallel aber Optimierungen durch den Ausbau der Primärversorgungseinheiten (PVE) und mehr Telemedizin vorsehen. Bei einem zweiten Szenario sollen Teilversorgungsspitäler mit nur einzelnen medizinischen Schwerpunkten (wie sie in vielen ländlichen Regionen noch typisch sind) verschwinden, die Standorte aber erhalten bleiben – etwa in Form von ambulanten Versorgungszentren für die fachärztliche Behandlung. Der niedergelassene Bereich würde ebenfalls neu strukturiert: Allgemeinmediziner würden aufgewertet und zu einer Art Gatekeeper für das Gesundheitssystem werden.
Modell nach Vorbild Dänemark
Das dritte Modell gilt als Maximalvariante, mit eher geringen Chancen auf Umsetzung: Es sieht im Spitalsbereich massive Einschnitte vor. Übrigbleiben würden nur noch einige wenige Standorte mit entsprechender Vollversorgung. Die Idee dahinter ist, möglichst viele Patienten im niedergelassenen Bereich zu versorgen. Angelehnt ist dieser Ansatz an das Vorbild Dänemark, wo die Zahl der Krankenhäuser deutlich und auf große, hochmoderne Superspitäler reduziert wurde.
Bei der Opposition stößt die Geheimnistuerei auf Kritik. Grünen-Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner beklagte ein „politisches Hinterzimmer-Spiel“ um die Reformvarianten. Das Gesundheitsministerium blieb bei seiner Linie und wollte sich bislang zu den diversen Modellen nicht äußern. Bestätigt wurde lediglich, dass Expertenvorschläge diskutiert würden. Fix sei aber noch nichts.
