••• Von Evelyn Holley-Spiess
WIEN. Welche Intelligenz braucht das Gesundheitswesen? Dieser Frage widmete sich das 22. Forum Hospital Management vergangene Woche in Wien. Eingeladen hatte das Universitätsklinikum AKH Wien, die Executive Academy der Wirtschaftsuniversität Wien und die Vinzenz Gruppe. Gekommen waren Fach- und Führungskräfte aus Gesundheitswesen, Medizintechnik und der pharmazeutischen Industrie.
Entsprechend vielseitig waren denn auch die Interpretationen und Perspektiven, wie Intelligenz das Gesundheitswesen voranbringen könnte. Einst habe man Intelligenz mit Wissen gleichgesetzt, erklärte Michael Heinisch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vinzenz Gruppe. „Heute ist so viel Wissen wie nie zuvor auf Knopfdruck verfügbar. Und trotzdem haben wir nicht weniger Baustellen als früher.“ Fachkräftemangel, Ressourcenknappheit, überforderte Strukturen, Patienten auf der Suche nach optimaler Versorgung – die Liste an Herausforderungen ließe sich noch verlängern. Fazit: Es brauche Intelligenz auf allen Ebenen – zwischenmenschlich, organisatorisch und technologisch. Für Svea von Hehn, Psychologin und Neurowissenschafterin, zählt emotionale Intelligenz zu den wichtigsten „Future Skills“, besonders für Führungskräfte. Dahinter verbirgt sich die Fähigkeit zu Selbstwahrnehmung, Selbstregulierung und Beziehungsmanagement.
Paolo Parini vom Karolinska Hospital in Stockholm widmete sich dem Potential von Big Data und Künstlicher Intelligenz für die klinische Versorgung. Krankenhäuser würden bereits große, strukturierte Datensätze in guter Qualität produzieren. Ein Anwendungsbeispiel sei die Nutzung von „Digitalen Zwillingen“. Dahinter verbirgt sich eine virtuelle Repräsentation eines Objekts oder Prozesses, an der Abläufe simuliert und getestet werden – etwa medizinische Interventionen parallel an tausenden virtuellen Abbildern eines einzelnen Menschen. Doch trotz der faszinierenden Anwendungsmöglichkeiten steht für den Experten fest: Fach- und Führungskräfte im Gesundheitswesen werden durch KI nicht ersetzt werden können.
