•• Von Martin Rümmele
WIEN. Longevity ist kein Nischenthema mehr – das zeigt eine aktuelle Umfrage der Mediaagentur dentsu. 27% der Befragten kennen demnach den Begriff Longevity („Langlebigkeit“), was einem Anstieg von 80% gegenüber 2024 entspricht. Frauen (29%) und jüngere Menschen zeigen sich mit dem Terminus überdurchschnittlich vertraut (Basis: Menschen in Österreich 15–65 Jahre, Feldzeit: KW 8+10/2026, n=444).
Ganzheitliche Betrachtung
Entscheidend für die Biotech- und Pharmabranche: 59% der Menschen definieren Longevity nicht als bloße Verlängerung der Lebensdauer, sondern als Maximierung gesunder Lebensjahre – ein Verständnis, das mit dem klinischen Konzept des „Healthspan“ deckungsgleich ist. Dabei wird Longevity zunehmend ganzheitlich gedacht: Neben körperlicher Gesundheit rückt psychisches Wohlbefinden als gleichwertiger Faktor ins Zentrum. Die Wissenschaft untermauert das Potenzial: Bis zu 75% der individuellen Lebensdauer sind durch Umweltfaktoren und Lebensstil beeinflussbar – nur 25% sind genetisch determiniert. Dieser Befund treibt den Markt für präventive Diagnostik und personalisierte Interventionen an.
In der Praxis dominieren Low-Tech-Maßnahmen, die die Österreicherinnen und Österreicher aktuell umsetzen: Persönlich erfüllende Momente schaffen (71%), moderater Alkoholkonsum (65%), regelmäßige Bewegung (64%), ausreichend Schlaf (62%) und gesunde Ernährung (61%) führen das Ranking der dentsu-Umfrage an. Genetische Eingriffe (6%) und kosmetische Operationen (8%) bilden momentan die Schlusslichter – ein klares Signal, wo die gesellschaftliche Akzeptanz für medizinische Interventionen aktuell noch steht.
Enormes Marktpotenzial
Beim Health-Tracking dominieren Smartwatches (40%), Handy-Apps (30%) und Blutdruckmessgeräte (26%). Labor-Diagnostik-Kits, Biosensoren oder Ambient-Tracking-Lösungen sind in Österreich noch Randphänomene. Getrackt werden vor allem Sport (51%), Schlaf (42%), Ernährung (28%), Blutwerte (24%) und Stresslevel (23%). Nur 32% der Menschen passen ihren Lebensstil auf Basis dieser Daten tatsächlich an – hier liegt erhebliches Marktpotenzial für datengetriebene Gesundheitslösungen.
