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Carrier-Netzwerk der ÖBB Rail Cargo Group wächst weiter © ÖBB/David Payr
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Redaktion 20.02.2020

Carrier-Netzwerk der ÖBB Rail Cargo Group wächst weiter

Nach Aufnahme der Eigenproduktionsaktivitäten in Polen erfolgt nun die Umfirmierung des polnischen Eisenbahnverkehrsunternehmens.

WIEN. Mit der Übernahme des Eisenbahnverkehrsunternehmens (EVU) Rail Time Polska Sp. z.o.o. im Herbst 2019 startete die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) auch in Polen mit Eigentraktionsleistungen. Per 30. Jänner 2020 wurde das EVU nun in Rail Cargo Carrier - Poland Sp.z.o.o. umfirmiert; das Carrier-Netzwerk breitet sich somit auf zwölf europäische Länder aus.

Polen ist mit rund 234 Mio. Tonnen, ca. 54 Mrd. Tonnenkilometern (im Jahr 2017) nach Deutschland der zweitgrößte Schienengüterverkehrsmarkt und bietet großes Wachstumspotenzial für die ÖBB RCG. Darüber hinaus ist Polen an zwei wichtige Güterverkehrskorridore angebunden. Mit dem eigenen Güterbahnunternehmen Rail Cargo Carrier - Poland Sp.z.o.o. wird ab sofort eine durchgehende, qualitativ hochwertige Produktion gewährleistet.

Polen spielt auch bei Transporten von und nach China eine immer größere Rolle. Mit dem eigenen Carrier in Polen bildet die ÖBB RCG nun am Güterverkehrskorridor 8 die Brücke für Transporte von den Nordseehäfen nach Polen, Russland und weiter bis Asien. Darüber hinaus stellt der Bahnlogistiker die Anbindung polnischer Industriezentren an die Adriahäfen sowie Südeuropa über den Güterverkehrskorridor 5 sicher.

Ein Plus für die Stahlbranche
Mit nun insgesamt zwölf eigenen Güterbahnen und dem damit verbundenen flächendeckenden Produktionsnetz in Europa wird den Logistikkunden der RCG maximale Transportqualität auf der gesamten Logistik- und Transportkette zugesichert. Neben der Stahlbranche profitiert vor allem der Intermodalsektor von den neuen Eigenproduktionstätigkeiten in Polen. Die zentralen Vorteile: schnelle und zuverlässige grenzüberschreitende Traktion zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Der Ausbau der Eigentraktionsaktivitäten stellt eines der zentralen Elemente der Expansionsstrategie der ÖBB RCG dar; der Fokus liegt auf der Entwicklung qualitativ hochwertiger Zugprodukte im zentral- und südosteuropäischen Raum durch grenzübergreifende Produktionsleistungen mittels modernem Lokomotivpool. Durch klare Verantwortungen, durchgehende End-to-end-Produktionen und die Umsetzung durch eigene Eisenbahnverkehrsunternehmen gelingt eine Verbesserung in der Planbarkeit, Abwicklung sowie im Monitoring der Logistikleistungen. Dies wiederum ermöglicht die Gewährleistung höchstmöglicher Qualität und Sicherheit. Zeitraubende und kostentreibende Wechsel an der Grenze werden vermieden und damit die Transportdauer verkürzt und die Transportqualität maximiert. (pj)

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