INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Die Meister der Gase © Messer Austria (2)
© Messer Austria (2)

Paul Christian Jezek 27.04.2018

Die Meister der Gase

Messer Austria verfügt über sieben Standorte und mehr als 70 Gase Center und Abfüllanlagen für schnelle und individuelle Gasversorgung im Bundesgebiet.

••• Von Paul Christian Jezek

Die Messer Group ist das größte familiengeführte Industriegaseunternehmen der Welt mit 120jähriger Tradition. Die Österreich-Zentrale mit modernsten Produktions- und Abfüllanlagen steht in Gumpoldskirchen.

„Unsere Vision ist es, der zuverlässige und innovative Partner für Mensch und Technologie in ganz Österreich zu sein”, sagt Geschäftsführer Matthias L. Kuhn. medianet führte mit ihm ein Exklusivinterview u.a. über Geschäftsgang, Sicherheitsmaßnahmen und den Umgang mit den Mitarbeitern.


medianet:
Herr Kuhn, wie geht es Messer Austria aktuell?
Matthias L. Kuhn: Sehr gut! In den ersten beiden Monaten konnten wir wie auch schon im vorigen Jahr überdurchschnittliche Wachstumsraten im Absatz sowohl bei den Flüssig- als auch bei den Flaschengasen erzielen.

Wir verdanken dieses Ergebnis dem Einsatz des gesamten Teams, das täglich herausragenden Lieferservice sicherstellt. Sicher hat auch die gute Konjunktur ihren Beitrag zum erfreulichen Ergebnis geleistet.


medianet:
Wie sieht es denn im Umfeld aus?
Kuhn: Die Industriegasebranche ist sehr energieintensiv. Jede Erhöhung der Strompreise macht sich sofort massiv in unserer Kostenstruktur bemerkbar.

Wir arbeiten daher kontinuierlich an der Verbesserung unserer Energieeffizienz, können aber größere Preisschwankungen nur bedingt abfangen. Das Branchenumfeld ist aufgrund der für die Größe des Marktes hohen Anzahl an Mitbewerbern durch starke Wettbewerbsintensität gekennzeichnet; die Messer Austria ist hier aufgrund ihrer lokalen Präsenz mit Produktionsstandorten in fast allen Bundesländern sehr gut aufgestellt.
Die Herausforderungen der digitalen Transformation beschäftigt uns ebenfalls schon eine geraume Zeit. Hier versuchen wir zu erarbeiten, welche der neuen Technologien wir in unserem Unternehmen gewinnbringend einsetzen können. Weiters beschäftigt uns der bevorstehende Generationenwechsel und der damit verbundene notwendige Wissenstransfer sowie das Talentmanagement.


medianet:
Industriegase sind ein kommunikationsintensives Thema – wohl auch im Sicherheitsbereich?
Kuhn: Wir sind als Seveso3-Betrieb eingestuft – damit gelten für uns höchste Vorschriften betreffend sicherer Herstellung, Transport, Lagerung und beim genereller Umgang mit unseren Produkten.

Wir sehen es als unsere Verantwortung, diesen hohen Anspruch an Sicherheit auch unseren Kunden weiterzugeben. Als zertifizierter Fachbetrieb haben wir das Know-how und die Kompetenz im Umgang mit potenziell gefährlichen Produkten. Darum setzen wir auf Aufklärung und Beratung, wenn es um den sicheren Umgang mit Gasflaschen und Gasen geht. Wir stellen kostenlos entsprechende Broschüren zur Verfügung und bieten auch Sicherheitsschulungen an – die nächste übrigens am 24. Mai. Dieses Angebot wird gern angenommen, zum anderen sehen wir auch den Effekt einer erhöhten Sensibilisierung betreffend Sicherheit. In immer stärkerem Maße werden wir auch aktiv von Kunden kontaktiert, die Bedarf an Schulungsmaßnahmen haben.
Das zeigt uns, dass der von uns eingeschlagene Weg richtig ist und die zukünftigen Anforderungen des Marktes widerspiegelt.


medianet:
Was bietet Messer Austria den Mitarbeitern an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten?
Kuhn: Unser entsprechendes Programm ist sehr vielseitig. Dabei spielen die Umsetzung der Unternehmenswerte wie auch die Digitalisierung wesentliche Rollen. Deshalb umfasst das Aus- und Weiterbildungsprogramm neben fachspezifischen Themen auch Trainings zur Stärkung der Soft Skills.

Darüber hinaus hat die Messer Austria im Oktober vorigen Jahres die Gesundheitsinitiative ‚Messer Life' gestartet, die neben monatlichen Übungseinheiten sowie gesunder Ernährung auch ein Training zu Work-Life-Balance umfasst. Unseren Lehrlingen stehen ebenso unterschiedliche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung.


medianet:
Und wie beurteilen Sie die Performance Ihrer Mitarbeiter – über Umsatz, Gewinn, EBIT oder andere Faktoren?
Kuhn: Umsatz und Gewinn sind das Ergebnis des Einsatzes des gesamten Teams, daher sind sie für die Beurteilung individueller Leistungen wenig geeignet.

Aus diesem Grund führen wir regelmäßige Mitarbeitergespräche durch, in denen wir mit den Kollegen besprechen, was gut gelaufen ist und wo noch Verbesserungspotenzial besteht.

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