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Doppelmayr realisiert Rekordbilanz © Doppelmayr
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Redaktion 04.10.2019

Doppelmayr realisiert Rekordbilanz

Vorarlberger Seilbahnbauer liefert starke Zahlen.

WOLFURT. Doppelmayr hat im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz um 10,5 Prozent auf 935 Mio. € gesteigert und ein Betriebsergebnis von 141 Mio. € nach Steuern erwirtschaftet.

Abgeschlossene Großprojekte wie zum Beispiel die zehn Seilbahnlinien, die in Bolivien zwei Städte miteinander verbinden, haben sich positiv ausgewirkt. Heute könne jede dieser Linien bis zu 4.000 Menschen pro Stunde und Richtung befördern, sagt der (Noch-)Vorstandsvorsitzende Markus Doppelmayr. In einer Station habe ihm eine Pendlerin erzählt, dass sie den Weg zur Arbeit nun in 20 Minuten bewältige, für den sie früher zwei Stunden gebraucht habe.

Die kuppelbare Gondelbahn Linea Plateada in Bolivien ist die zehnte Linie im weltgrößten Seilbahnnetz der Welt. Dieses verbindet die beiden Großstädte La Paz und El Alto und ist für die Menschen zum Hauptverkehrsmittel geworden.

Hoffnungsmarkt China
2018/19 kam ein großer Anteil der Umsätze aus Lateinamerika (19%), 18% kamen aus den USA und Kanada. 17% wurden in der Schweiz, Frankreich und Italien erwirtschaftet, ebenfalls 17% in Österreich und Deutschland. Der Großteil der 128 umgesetzten Projekte entfiel mit 90% auf das Segment Winter. Ein potenzieller Zukunftsmarkt ist China – die Regierung hat große Ziele im Skibereich, wie die Bevölkerung den Skisport tatsächlich annehme, sei offen, erklärt Doppelmayr.

Die Bilanzsumme des Unternehmens stieg um rund 15% auf 1,77 Mrd. €, das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis auf 153 Mio. € (Vorjahr: 111 Mio.). Den Anstieg des Konzernergebnisses um rund 40% auf 141 Mio. € erklärt Doppelmayr mit der Abrechnung größerer Aufträge.

Die Vorräte des Unternehmens stiegen von 257 Mio. € im Vorjahr auf 314 Mio., was daran liegt, dass mehrere Projekte mit langer Fertigungsdauer noch nicht übergeben worden sind. Die Forderungen stiegen von 213 Mio. € im Vorjahr auf 283 Mio. an.

Insgesamt zehn Seilbahnen baute Doppelmayr in Bolivien – und heuer wurde abgerechnet, was sich natürlich positiv auf die Bilanz auswirkt.

Gleichzeitig wuchs der Kassenbestand auf 545 Mio. € (Vorjahr 456 Mio.). Das Anlagevermögen ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Mio. € höher, weil 43 Mio. investiert wurden - fast zur Hälfte sind diese Investitionen in den Standort Wolfurt geflossen.

Im Personalbereich gibt es eine „gute kontinuierliche Aufwärtsentwicklung“, der Mitarbeiterstand ist um rund fünf Prozent gestiegen, die Personalaufwendungen von 219 auf 239 Mio. €. Fast genau die Hälfte der rund 3.080 Mitarbeiter ist in Wolfurt beschäftigt.

Wechsel in der Unternehmensspitze
Nach beinahe einem Vierteljahrhundert an der Spitze der Doppelmayr-Gruppe ziehen sich Michael Doppelmayr und Hanno Ulmer in den Aufsichts- bzw. Verwaltungsrat der Doppelmayr Holding SE zurück. Sie übergeben ihre Positionen als geschäftsführende Direktoren der Doppelmayr Holding SE an Thomas Pichler und István Szalai, zwei langjährige Führungspersönlichkeiten der Unternehmensgruppe. (pj)

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