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Ein Virus bringt zufälligen Netztest © APA/AFP/Yann Schreiber

Streamingdienste, Homeschooling, Homeoffice – Corona hat unsere Telekommunikationsinfra struktur auf eine harte Probe gestellt.

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Streamingdienste, Homeschooling, Homeoffice – Corona hat unsere Telekommunikationsinfra struktur auf eine harte Probe gestellt.

Redaktion 28.08.2020

Ein Virus bringt zufälligen Netztest

Covid-19 ließ im ersten Quartal 2020 die Telefon- und Datennetze glühen. Das zweite wird noch stärker.

••• Von Helga Krémer

WIEN. Der Corona-Lockdown lässt sich wenig überraschend an den Gesprächsminuten und dem verbrauchten Datenvolumen im ersten Quartal 2020 ausmachen.

Plus 14% Datenvolumen Der Mitte März verordnete Corona-Lockdown erzeugte beim Datenverbrauch bereits zum Ende des ersten Quartals 2020 in den österreichischen Fest- und Mobilnetzen durch Homework, Homeschooling, datenintensive Streamingdienste für Filme und Spiele und vieles mehr einen deutlichen Peak. „Verglichen mit dem Vorquartal, stieg der Verbrauch des Datenvolumens im Festnetz im ersten Quartal um 135 Petabyte auf  1.133 Petabyte und in den Mobilnetzen um 73 Petabyte auf 603 Petabyte – das ist eine Zunahme von 14 Prozent“, gibt Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der Rundfunk und Telekom-Regulierungs-GmbH für den Fachbereich Telekommunikation und Post, Zahlen aus dem aktuellen RTR Internet Monitor bekannt. „Für das zweite Quartal erwarte ich einen noch größeren Anstieg, die Zahlen dafür werden im Herbst vorliegen.“

Netze sind leistungsstark Obwohl die allgemeine Netzlast in den letzten Monaten natürlich höher war als vor der Verhängung der Covid-19-Maßnahmen, waren die Ängste vor Netzausfällen oder gar vor einem Zusammenbruch der Netze doch unbegründet.

„Die Telekommunikationsinfra struktur ist in Österreich sehr leistungsfähig. Wir haben auch gesehen, dass alle Betreiber immer sehr rasch notwendige technische Maßnahmen umgesetzt haben, um sicherzustellen, dass es zu keinem Zeitpunkt in den Netzen zu kritischen Situationen kommen konnte“, so Steinmaurer. „Die Entwicklung zeigt aber klar, dass wir feste und mobile Infrastruktur konsequent ausbauen müssen.“ Im ersten Quartal 2020 telefonierten wir 6.562 Mio. Minuten mit dem Handy und 544 Mio. Minuten mit dem Festnetz; im Vergleich zum vierten Quartal 2019 ist das ein Plus von 886 Mio. Minuten oder 14% – der beginnende Corona-Lockdown lässt grüßen. Bei der Telefonie erwartet Steinmaurer für das zweite Quartal aufgrund des Social Distancings einen noch sehr viel stärkeren Anstieg. Treiber bei der starken Zunahme der Gesprächsminuten ist der Mobilfunk: Von Q4/2019 auf Q1/2020 kam es zu einer Steigerung von 854 Mio. Minuten bzw. 15% auf 6.562 Mio. Mobilfunkminuten. „Vom verstärkten Kommunikationsbedarf am Beginn des Lockdowns konnten SMS leider nicht profitieren. Im ersten Quartal wurden ‚nur‘ mehr 406 Millionen SMS verschickt, um 42 Millionen weniger als im Quartal davor. Eine Trendumkehr ist in Zeiten von Social Media hier nicht mehr zu erwarten“, so Steinmaurer.

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