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„In den Top Ten” © Pexels / Pixabay
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Redaktion 09.09.2022

„In den Top Ten”

Die Sägeindustrie und der Holzhandel Österreichs zeigen sich zufrieden und setzen ihren Fokus auf Wertschöpfung.

KLAGENFURT. Bereits seit Jahrzehnten ist der Internationale Holztag in Österreich der Leitevent der Sägeindustrie und des Holzhandels. Markus Schmölzer, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie, ist zufrieden mit dem Jahresstart der Branche: „Die Sägeindustrie blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2022. Wir konnten die Produktion steigern und auch mehr Holz aus Österreichs Wäldern verarbeiten.” In Österreich wurden im Jahr 2021 10,9 Mio. m³ Schnittholz produziert. Das ist eine erneute Steigerung der Produktionsleistung. Für das heurige Jahr wird eine leichte Steigerung der Produktion auf 11 Mio. m³ Schnittholz prognostiziert.

Die Rohstoffversorgung ist für die Unternehmen der Sägeindustrie die Voraussetzung für Arbeitsplätze und Wertschöpfung. „Für die Sägeindustrie sind unsere heimischen Wälder klar die Rohstoffquelle Nummer eins. In Österreich fiel die Holzernte 2021 um fast zehn Prozent höher aus als im Vorjahr; dieser Trend setzt sich heuer fort. Trotzdem wächst in Österreich mehr Holz nach, als geerntet wird. Die Holzimporte aus unseren Nachbarländern sind rückläufig”, so Schmölzer.

Holzausfuhren

Im internationalen Holzhandel ist Österreich weiterhin sehr gut positioniert. Franz Mühlbauer, Vorsitzender des österreichischen Holzhandels, betont: „Österreich ist im ersten Quartal 2022 zweimal in den weltweiten Top Ten der größten Nadelschnittholz-Warenströme vertreten. Die Exporte aus Österreich in Richtung Italien sind auf Platz drei und jene nach Deutschland auf Platz sieben. Das vermeintlich kleine Österreich ist am internationalen Markt ein Player.”

Die wichtigsten Kunden österreichischer Unternehmen sind in unseren Nachbarländern: Nummer 1 ist Italien mit 45% des österreichischen Schnittholzexports, und an 2. Stelle liegt Deutschland mit 19%.

Ausblick mit Sorgen

Mit Blick auf die kommenden Monate sind Schmölzer und Mühlbauer jedoch skeptischer. Schmölzer: „Wir spüren die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit in unseren Auftragsbüchern. Mit Sorge sehen wir die gestiegenen Kosten in der Produktion für Energie und Rohstoffe sowie in der Logistik. Die Sägeindustrie ist eine robuste und krisenfeste Branche, aber von einem Konjunktureinbruch und der steigenden Inflation können wir uns nicht entkoppeln.”

Angesichts der unsicheren Wirtschaftslage fordert Schmölzer von der Politik, den Fokus auf die Stabilisierung und Stärkung der Wirtschaft zu setzen: „Wichtig ist es jetzt, unabhängige Wertschöpfungsketten zu stärken und wachstumsorientierte Rahmenbedingungen zu setzen. Für uns in der Sägeindustrie bedeutet dies in erster Linie, dass die Rohstoffverfügbarkeit weiterhin gewährleistet ist. Dazu ist ein Signal der europäischen und nationalen Politik notwendig, dass die Diskussion um die Außer-Nutzung-Stellung der Wälder beendet wird und es ein klares Bekenntnis zur nachhaltigen und aktiven Waldwirtschaft gibt.”

Maßnahmen erwartet

Auch Mühlbauer erwartet weitere Maßnahmen, um die Wirtschaft zu entlasten. „Ein kostengünstiges Konjunkturprogramm ist der Abbau und die Vermeidung von Bürokratie. Wir sind im Holzhandel mit hohem Dokumentationsaufwand und Rechtsunsicherheit konfrontiert. Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen ist das ein großes Problem. Österreich setzt EU-Verordnungen und EU-Recht besonders streng und übereifrig um.” Sehr kritisch sieht Mühlbauer die geplante EU-Lieferketten-Richtlinie: „Wir haben mit dem Holzhandelsüberwachungsgesetz, kurz HolzHÜG, bereits ein Instrument gegen illegalen Holzhandel und brauchen keine zusätzlichen Anforderungen.” (hk)

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